Esparsette.
65
schönern goldgelben Farbe und von äußerst angenehmem, nußartigemGeschmacke ist, und 3) daß, wenn man einzig nur solche Eschenblät-ter füttert, dieser Buttergeschmack sich noch verbessert und einen Hoch-geschmack annimmt, welcher aber durch Sieden und Braten derselbensich wieder verliert. — Uebrigens ist es durch Versuche erwiesen undals Thatsache anerkannt, daß die Milch und Butter von Kühen,welche zu ihrem gewöhnlichen Futter nur eine Zumischung von Eschen-laub erhalten, von besserer Beschaffenheit sind, als die von Kühen,welche bloS mit Heu gefüttert werden. Wenn man in England dieBemerkung gemacht haben will, daß Eichenlaub fressende Kühe bit-tere Butter liefern, so begründet sich solche wohl nur auf die abge-fallenen und schon verdorbenen Blätter.
Die Rinde ist mit Zusätzen zu verschiedenen Farben brauchbar;sie färbt mit Eisenvitriol grün oder grünlichschwarz, mit Thonsalzcngelb, mit essigsaurem Kupfer hell olivengrün und die Borke enthältauch einigen Gerbestoff. Die äußere vom Bast befreite Rinde giebtmit 4 Alaun gekocht und dann durch Potaschenlösung gefällt, einenhellrothen Lack.
Esparsette, türkischer Klee.
Gehört in die 3te Ordnung der 17ten Klasse. Gattungskenn-zeichen: Ein halbfünfspaltiger Kelch; das Schiffchen der Schmetter-lingsförmigen Krone ist in der Quere stumpf; die Hülse hat einsaa-mige Gelenke.
Die Esparsette ist eine vorzügliche Futterpflanze, welche gewißvon einem jeden Landwirthe nach Verdienst geschätzt wird. Sieschlägt tiefe Pfahlwurzeln, welche saftige, 14 bis 3 Fuß hohe, ästigeStengel, oft 20 an der Zahl, treiben; die Blätter stehen wechselndund sind gefiedert; die Fiederblättchcn, einander gegenüber, sind obenglatt, unten weichhaarig, gewöhnlich 5 bis 9 Paar und der letzteungepaart an einem Stiele. Die rosenrothen, mit Adern durchweh-ten Blumen, kommen im Juni und Juli hervor, stehen auf langen,nackten Stielen, in einer fast walzenförmigen Aehre; der Saamenreist im Juli und August; die rinsaamigen Hülsen sind rundlich,breit gedrückt, stachlich, die von »»zeitigem Saamen blaßgrün undgelb, von zeitigem bräunlich. Der Saamen bleibt 4 — 5 Jahrkeimfähig. Ein preuß. Scheffel wiegt 40 Pfd.
Die Beobachtungen des Herrn Amtmann Säuberlich, des Ad-ministrators von Osterau bei Halle, welche derselbe über diese Pflanzegemacht, werden im Nachstehenden mitgetheilt.
Zuerst ist es ein allgemeines Vorurtbeil, daß ein kalkhaltigerUntergrund zum Anbau der Esparsette schlechterdings nothwendig sei.Vielfache Beispiele zeigen auch auf Feldern, welche keine tiefe, gleich-mäßig gute, sondern eine lehmige, selbst kiesige oder sandige Unter-lage haben, ein freudiges Gedeihen und mehrjährige Ausdauer dieserPflanze. Um dieses zu erzielen, ist die Hauptsache, für eine richtige An-saar Sorge zu tragen. Nach Säuberlich's Erfahrungen geschieht solchezweckmäßigst im Frühjahre, entweder auf dem bestandenen Roggenfeld?,