Buch 
Oekonomische Pflanzenkunde der landwirthschaftlichen Kulturgewächse / von K. Robert Herrmann
Entstehung
Seite
67
JPEG-Download
 

Ssparsekte.

67

umzuwenden sind. Die Abfahrt muß sehr früh km Thaue geschehenund schadet dieser dem Heu nicht. Hat man im Winter nicht fortwäh-rend Esparsetteheu zu füttern, so spart man dieses bis zur Lammzeitauf, weil es den Milchertrag und das Gedeihen der jungen Lämmerbesonders fördert. Zur Saamengewinnung ist der erste auch zweiteSchnitt, zu benutzen, und es wird der spätere Ertrag dadurch nichtgefährdet. Sobald der meiste Saamen reif ist, wird gemäht. Die-ses muß schlechterdings im Thaue geschehen. Bei Trockenheit fallendie Körner durch starke Berührung zum großen Theile ab, und istdieser Verlust durch Berücksichtigung vorstehender Erinnerung zu ver-meiden. Enthält die Esparsette noch viele grüne Stengel, so ist sel-bige zwar sogleich hinter der Sense in Bunde zu legen, jedoch erstden andern Morgen zu binden und in Stauchen zu setzen. Findetsich aber nicht viel Grünes vor, so werden diese Arbeiten unmittel-bar nach dem Mähen verrichtet. Nach zwei Tagen kann man dasDreschen vornehmen und man muß hier wieder die Zeit festhalten,wo der Thau vorüber ist, am besten also Nachmittags. Das Dre-schen auf dem Felde fördert diese Arbeit ungcmein; die Reinigungdes Saamens geschieht dann auf der Tenne. Die hier gewonneneSpreu, oder vielmehr Blätter, geben ein kostbares Futter. DasStroh wird sogleich eingebracht. Es ist, gut geborgen, dem Wiesen-heu von mittler Qualität gleichzustellen und wird von allem Vieheso gern gefressen, daß selbst von den stärksten Stengeln nichts zu-rück bleibt. Bei Gewinnung des Saamens hat man noch den Vor-theil, daß dünne Bestände durch die abgefallenen Körner stärker wer-den; denn diese gehen meistens auf und es ist hierzu gut, wenn derAcker durch Eggen bearbeitet wird. Unstreitig ist die Esparsette-Benutzung durch Saamen am vorthcilhaftesten und bringt eine Bo-denerndte, welche selbst die besten Getrcidcsorten nur selten gewähren.Herr Säuberlich hat früher von dem Magdb. Morgen schon einenMispel gewonnen. Die Esparsette hat gewöhnlich den Roggen-preis. Den Geldwerth einer Mittelerndte berechnet Herr Säuberlicheinschließlich des Strohertrages zu 22 Nthlr. 29 Sgr. pro Magdeb.Morgen. Auf Heu genutzt, veranschlagt derselbe den Ertrag eincSMorgens Esparsette (ä 27 Centr.) nur zu 13^ Nthlr. Sonst rech-net man, daß der erste Schnitt aul dürren, unfruchtbaren Hügelngegen 20 30 Centner Heu vom Acker, auf besserem Boden 40Centner und darüber liefert. Die Saatzeit kann, außer .im Früh-jahre, auch mit der Winterfrucht im Spätherbste vorgenommen wer-den, wie dieß in Heidesheim und andern Qrtcn in Rheinhessen ge-schieht. In Durheim, in Rheinhessen, kommt da, wo man wegender Fruchtfolge oder wegen geringerer Ausdauer der Esparsette diesenur 2 3 Jahr benutzt, häufig eine Untersaat von 1 2 Pfd»vor; mitunter Luzerne, jedoch selten, weil es damit nicht recht gutgehen will. Nach Beobachtungen in diesen Gegenden gewährt dieAussaat einen weit reichlicheren zweiten Schnitt, auch kann manvon solcher im zweiten Schnitt eine beträchtliche Menge Saamenerzielen. Jedoch ist immer der erste Schnitt der Hauptertrag, der

5 '