Fichte.
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Die reifen Beeren werden von den Vögeln, namentlich dergrauen Grasmücke, gern gefressen. Sie liefern aber auch violette undaus mit Wismuthbeize vorbereiteter Wolle grüne Farben. Sie pur-giren endlich auch; man gebraucht sie abgekocht, oder den ausgepreß-ten und eingekochten Saft als Mittel bei der Räude der Hunde undSchafe; mit Milch gekocht gegen Krätze.
Fichte, die gemeine, Rothtanne, Pechtanne.
Iklnu« ploer».
Gehört in die 9te Ordnung der Listen K.aste. Gattungskenn-zeichen: männliche und weiblicbe Blüthen sind ohne Krone; der Kelchder erstem ist vierblättrig, die vielen Staubgefäße sind in einem Cy-linder verbunden und ihre Staubbeutel liegen auf ihnen. Die Kelcheder weiblichen Blüthen bilden einen schuppigen Zapfen, wovon jedeSchuppe 2 Blumen mit einem Staubwege enthält. Die Frucht istein holziger Zapfen, welcher unter jeder Schuppe 2 mit Flügeln ver-sehene Nüsse verbirgt.
Die Fichte gehört in die zweite Familie dieser Gattung, zweiNadeln in einer Scheide. Die Nadeln sind fast viereckig, sie stehenrings um die Zweige; die Zapfen haben einfache, am Rande dün-nere, fast pergamentartige Schuppen, welche beim Ausfallen desSaamcns bleiben. Die gemeine Fichte (1>. spi.es) wird weit über100 Fuß hoch, mehr als 200 Jahr alt, wohl 0 Fuß im Durchmesserund bildet mit ihren sich stufenweise verkürzenden Quirlen eine schönePyramide. Sie liebt vorzüglich das Urgebirge, verlangt keinen tief-gründigen Boden, nimmt mit einer mäßigen Fruchtbarkeit vorkieb,verträgt aber weder einen beißen Sand- noch einen festen Lettenboden.Bei zu großer Fruchtbarkeit der Erde wird sie gewöhnlich rothfaulund stirbt in geringem Alter ab. Sie kommt in rauhen Gegendenfort, bleibt jedoch auf sehr hohen Gebirgen nur niedrig. Der Fich-tenhainen reift im Oktober und November, fliegt nicht alsbald nachder Reife, sondern erst im nächsten Frühjahr bei warmer Witterungaus den Zapfen, wo sich diese dann öffnen, den Saamen ausschüttenund späterhin abfallen. Zur Saat werden die Zapfen entweder imSpätherbste oder im Frühjahre noch vor dem Aufspringen gebrochen,und der Saamen an der Sonne oder in Darrstuben getrocknet. Manfindet zur Einsammlungszeit oft dreierlei Zapfen zugleich auf denBäumen, vorjährige, reife und unreife; erstere sind leicht an ihrendunklern, ältlichem, etwas verwitterten Farbe, letztere an ihrer gerin-geren Größe und ihrem grünen Aeußern zu erkennen. Je späterman die Einsammlung unternimmt, um so leichter wird nachher dasAusklengeln des Saamens. Man kann den Fichtenhainen im Früh-jahre und im Spätherbste säen, doch wird die Frühjahrhat als dienatürliche vorgezogen. Man säet den Saamen im April oder Mai,auf einen Boden, der schon im Herbste wund gemacht, aber nichtaufgelockert worden ist, und bedeckt denselben ^ bis ^ Zoll dick mitErde; bei cimr frühern Saat schaden die Wöget zu sehr. In einem