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Oekonomische Pflanzenkunde der landwirthschaftlichen Kulturgewächse / von K. Robert Herrmann
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Gartenkresse. Gerste.

entgegengesetzt sind. Sie hat lange, schmale, zerspaltene Blätterund treibt einen dünnen Stengel, auf welchen sich kleine, schmaleBlümchen auf 6 Staubwegen zeigen. Der rothgelbliche Saamenliegt in rundlichen Hülsen,

Der Saamen bleibt 3 4 Jahre keimfähig, auf geht derselbenach 4 Tagen.

Die Kultur der Kresse hat gar keine Schwierigkeit, man säesie in ein mürbes Land, welches eine feuchte Lage hat und wo mög-lich in altem Dünge ist, im Monat Mai. Da ihr die Erdflöhesehr nachgeben, so gypse man sie, sobald sie ein Zoll hoch ist.

Im Nheinthale gab sie pro 1 Badenschen Morgen auf Sand-boden 7-^- Centner an Saamen. Der Saamen giebt nach Schüblereine OelauSbeute von 56 58 Procent.

Das Oel besitzt einen eigenthümlichen Nebengeruch und etwasunangenehmen Beigeschmack, weshalb eS nur als Brennöl anwend-bar ist. Es ist klar, bräunlichgelb, an der Luft langsam trocknend,und bar bei ch12' R. ein specifisches Gewicht von 0,9240. Esist zi mlich dünnflüssig, bei ch12° R. ist es 1l,4mal dickflüssigera's W sser. Es verdickt und trübt sich bei 5 bis 9" R. understarrt bei12' R. zu einer gelben Masse.

In Ansehung seines Brennwertes steht eS in mittler Güte.Es brennt besser als Mobn- oder Leinöl sowohl in docbtloien wie inLampen mit Dockten, jedoch weniger schnell als Hanföl und dieleichten, brennenden Oele der Buch- und Haselnüsse, Pflaumen-,Mandel- und Sonnenblumenkerne. Das Stroh taugt ganz vorzüg-lich zur Fertigung von Besen, die denen von Leindottcrstroh, bekannt-lich scbr gut, noch vorzuziehen sind.

Man pflegt die noch grüne, weiche, nickt gescboßte Kresse gleich-sam als Gewürz mit unter die Speisen »u mengen, sie ist für sichals Salat zu gebrauchen, auch fein geschnitten auf Butterbrodt zustreuen. Sie vermehrt den Appetit und reinigt das Geblüt, dahersie auch besonders wider den Scharbock gerühmt wird. IhreSchärfe ist so groß, daß sie die Haut entzündet und anfrißt, dochist der Saamen noch schärfer.

(Hersiit. iknrillkum.

Gehört in dieselbe Klasse und Ordnung wie der Dinkel. Gat-tungskennzeichen sind: Ein sechsblättriger Kelch, der drei Blütheneinschließt; zweispelzige Blüthen, deren äußere, bauchige, eckige Spel-zen begründet sind. Es giebt sehr viele Abarten der Gerste; sie sindalle unter zwei Hauptklassen zu bringen: unter Winter- und Som-mergerste.

Die Wintergerste,

welche in Deutschland nickt sehr verbreitet, verdient doch unter man-chen Verhältnissen eine besondere Berücksichtigung; sie verlangt einenfeiten, in großer Kraft siebenden, mehr gebundenen Boden, weshalbsie ganz besonders in fetten NiedcrungS- und Marschboden paßt. woman sie.4n dem Falle bauet, wenn man von einer andern Frucht