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Oekonomische Pflanzenkunde der landwirthschaftlichen Kulturgewächse / von K. Robert Herrmann
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Srrste.

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Lagergetreide fürchtet. Sie lagert sich zwar auch, doch schadet diesder Körnerausbildung weniger als bei einer andern Getreideart.Im Ganzen paßt die Wintergerste mehr für das nordwestliche alsnordöstliche Deutschland, da ihr das Klima hier zu trocken und zukalt ist. Ob sie gleich nur in einem sehr üppigen Boden ihr Ge-deihen findet, so sind ihre Körner doch keineswegs so vollkommen,als die der Sommergerste, und sie steht daher niedriger im Preise.Doch schätzt man im Allgemeinen 3 Morgen Wintergerste 4 Mor-gen Sommergerste im Ertrage gleich, so wie man sie auch besonderszu Perlgraupen und zum Haushaltungsbedarf an Grütze und Mehlempfiehlt. Sie erheischt zwar mehr Bodenkraft als die Sommer-gerste, läßt deren vcrhältnißmäßig aber mehr zurück. Außer einemfetten, schweren, humosen Boden, den die Wintergerste verlangt, ver-trägt sie auch noch in diesem die Mistdüngung. Das Klima mußmehr feucht sein, auch verträgt sie keine strenge Winterkälte, weil siesonst leicht auswintert. Die vollständige Brachbearbeitung ist ihram zuträglichsten, doch geräth sie auch ohne diese nach manchen Bor-früchten, als nach Raps, Bohnen und Klee. Nach Weizen, Haferund auf sich selbst folgend, kann sie nur in einen sehr fetten Bodengebaut werden. Nach ihr eignet sich ganz besonders ein Gemengevon Weizen und Roggen, ferner Haker. In denjenigen Gegenden,wo die Wintergerste häufiger gebaut wird, beobachtet man zum Theilfolgende Fruchtfolge: Raps, Wintergerste, Winterroggen, und behaup-tet, sich dabei gut zu stehen. Als die beste Saatzeit empfiehlt manEnde August und Anfang September; doch wird sie auch nach Endedieses Monats und im Anfange October gesäet; ja sie geräth zuwei-len auch, wenn sie im zeitigen Frühjahre gesäet wird, was aberfreilich nur in besondern Jahrgängen der Fall sein dürfte. Die Saatdarf nickt zu dünn gemacht werden, weil ihr bei der Schnellwüchsig-kcit im Frühjahre wenig Zeit zur Bestockung übrig bleibt; manbringt 16 bis 20 berliner Metzen auf den magdeb. Morgen. Manempfiehlt, nach der Saat nicht viel zu eggen, damit noch kleineKlöße zurückbleiben, welche der Saat Schutz gewähren, übrigens denBoden vor dem zusammenschlämmen sichern. Das Behacken verträgtdie Wintergerste sehr gut. Dock leidet sie bei nasser Witterung,weshalb ihre Saat in Reiben und das durchfabren mit der Pferde-hacke, um den Boden zu lüften, zu empfehlen ist. Da sie sehr zeitigreift, fo ist sie dem Dogelfraße sehr ausgesetzt. Die Erndte erfolgtAnfangs Juli; man erndtet vom magdeb. Morgen 25 bis 30 berl.Sckeffel Körner und über 2000 Pfd. Stroh, welches das Rieh ge-wöhnlich lieber frißt, als das Stroh von der Sommergerste. ImAnfange wird diese Gerste von den Brauern gut bezahlt, nach derErndte der Sommergerste fällt sie aber gewöhnlich im Preise, weilsie minder vollkommen ist.

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Scheffel täorcleum llexasticsion,

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W. F-, wiegt 69 Pfd., das sve-cifische Gewicht ist 1,350. wiegt 73 Pfd., das spe-cifische Gewicht ist 1,350.

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