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Gerste.
1 Scheffel Horäeuin vulgäre, (bläuliche) wiegt 74 Pfd., daS spe.
cisischc Gewicht ist 1,350.1 „ „ „ schwarze, russische Wintergerste wiegt
74 Pfd., das specifische Gewicht ist 1,360.
Die Sommergerste
zerfällt in noch mehrere Arten als die Wintergerste; die gewöhnlichstgcbaueten heißen:
die vielzellige, gemeine Gerste, llorä. vulgäre, 1 Scheffel wiegt
73 Pfd., spec. Gewicht 1,351.
„ „ „ nackte, llorä. coeleste, 1 Scheffel wiegt
83 Pfd., spec. Gewicht 1,371.„ zweizeilige gemeine Gerste, „ «lisriclion, 1 Scheffel wiegt
74 Pfd., spec. Gewicht 1,371.
„ „ nackte „ „ clizticlrou coeleste, 1 Scheffel
wiegt 84 Pfd., spec. Gewicht 1,317.„ Pfauen- oder Reisgerste, llorä. 2eocritorv, wiegt 71 Pfd.,
spec. Gewicht 1,401.
Hinsichtlich des Sommergerstebaues kann man im Allgemeinenannehmen, daß, je edler und einträglicher die gebauten Arten sind,desto höhere Ansprüche sie an Klima, Boden und Behandlung ma-chen. Das gilt schon von den beiden gebräuchlichsten Gerstcnarten,der großen, zweizeiligen und der kleinen, vielzelligen; letztere nimmtmit geringerem Boden verlieb, verträgt das spätere Säen, widerstehtder trocknen Witterung besser, geräth sicherer, und scheffelt unter glei-chen Umständen eben so gut, manchmal besser, als die große, dieschönere, meblrei'chere Körner für sich hat.
Sonst verträgt die Sommergerste jedes Klima, von dem Polar-kreise bis über den Wendekreis hinaus. Sie ist selbst in sehr hohenGebirgsgegenden die sicherste Frucht, die man bauen kann. Dagegenaber verlangt sie zu ihrem besten Gedeihen einen milden, reichen,warmen, wohl zerkrümelten, nicht zu trockenen und nicht zu nassenBoden. Das Wachsthum der großen Gerste ist hauptsächlich vondem im Boden befindlichen Kalkstoff abhängig. Die Gerste ist rück-sichtlich ihrer Vorfrucht nicht peinlich, wenn der Acker nur in reinemZustande ist. Die Eeralien sind ihre gewöhnlichen Vorgänger, aberden Kartoffelacker liebt sie vor allen. Auch ist sie sehr verträglichmit sich selbst. Frischer Dung ist eben nicht das was ihrer Naturentspricht; muß gedüngt werden, so ist die herbstliche Auffuhr räthlich.Nichts ist ihrem Gedeihen zuträglicher, als dem Boden, so viel mög-lich, noch vor Winter die völlige Zubereitung zu ihrer Aufnahmeim Frühjahre zu geben. Deshalb harmonirt der Kartoffelbau, wobeidas Land in einen so artbaren Zustand kommt, daß es im folgendenFrühjahre keines Pflügens bedarf und nur bloß mehr eines tüchtigenVereggens, oder vielscharigen Schaufelns, so sehr mit dem Gersten-bau. Wenn die Wintergetreidestoppel im Herbste zweimal gepflügtward, so reicht man auch im Frühjahre mit der Saatfurche aus.Erlauben die Umstände nur das herbstliche Stoppeln des zur Gerstebestimmten Landes, so wird in der Regel der Bau der kleinen Gerste,