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Weizen.
war. Das Schröpfen macht sich manchmal auch nöthig, obschonhierbei alle Rücksichten genauer zu prüfen sind, als beim Winter-weizen, bevor man sich dazu entschließt. Desto unerläßlicher wirddagegen das Jäten deö Unkrautes, besonders wenn die Saat zei-tig erfolgt war. Vorn Staubbrande leidet der Sommerweizen mehrals der Winterweizen, und nächstdem schaden ihm vornämlich fol-gende Insekten: Die Krautschnacke, eine Gattung kleiner Fliegen,wovon die Larven Halme und Blätter anfressen; die Kornschnell-käfer welche gleichfalls Halme und Blätter verzehren und manch-mal bedeutenden Schaden zufügen; die Weizcnraupe, welche eben-falls Halme und Blätter verzehrt; eine Art Schlupfraupe, welchedie Körner aushöhlt. Außerdem geht aber aus dem Schüttbodender Kornwurm dem Sommerweizen am liebsten nach. —
Bei spät gesäctem Sommerweizen fällt die Erndte oft in spä-tere und feuchtere Witterung des Herbstes, wo dann das Srrohsehr leidet. Bei gewöhnlicher Saatzeit ist die Erndte im Augustanzunehmen. Man darf, so wie beim Winterweizcn, die Körnernicht ihre ganze vollständige Reife erlangen lassen, weil sie dannbesseres Mehl geben.
Der Ertrag an Körnern ist noch unsicherer als der des Win-terweizens. Es sind Fälle bekannt, wo er den von jenem derma-ßen übertraf, daß dieser ihn nie erreichen kann; es sind dies abernur besondere Ausnahmen. Gewöhnlich nimmt man an, daß derErtrag um 4 geringer als der des Winterweizens ist; doch läßtsich hiernach um so weniger ein Maaßstab nehmen, als beide inzu verschiedenen Bodenarten gebaut werden. Wenn der Sommer-weizen nicht von seinem Ertrage einen höheren Geldgewinn abwirft,als die große zweizeilige Gerste, oder nicht wenigstens einen glei-chen, so möchte sein Anbau kaum lohnend sein, indem er den Dün-gerhaufen und die Kraft des Bodens noch mehr in Anspruch nimmtals diese. Das Stroherträgniß des Sommerweizens ist in derRegel geringer, als das des Winterweizens, wenn schon bisweilender umgekehrte Fall stattfindet. Als Futter hat es aber einen be-trächtlich größeren Werth und wird dem Gerftenstroh vorgezogen.
In Hohenheim gaben in den Jahren 1833 — 1839 aufdem Versuchsfeld«: (4 Morgen jährlich) durchschnittlich pro Jahr:
Der Tallaveraweizen:
6 Scheffel ° Simri Körner, 454 Ctr. Stroh.Höchster Ertrag 8 „ 44 „ „ 42 „
Mindester „ 2 „ 74 „ „ 40 „ „
Der Kolbenweizen:
Höchster Ertrag (5 Scheffel 14 Simri Körner, 39 Ctr. Stroh.
Mindester „ 4 „ 14 „ „ 40 „ „
In der Rotation (40 — 50 Morgen jährlich) Tallaveraweizen:Turchschnittl. pro Jahr 4 Schffl. 6s Simri Körner, 28s Ctr. Stroh.
Höchster Ertrag 6 „ 4s „ „ 374 „ „
Mindester „ 3 „ 54 „ „ 204 „