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Oekonomische Pflanzenkunde der landwirthschaftlichen Kulturgewächse / von K. Robert Herrmann
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495
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Wicke.

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ein vorzüglich nahrhaftes und zugleich gesundes Futter für Schafe,Rinder und Pferde abgeben. Wenn man Körner von ihr habenwill, muß man die Hülsen braun werden lassen, und sie bei gutemWetter abmachen."

Noch mögen hier namentlich verschiedene Spielarten dieserPflanze genannt werden, von welchen das Gewicht ist:

ViciL LtroxnrxursL, purpurrothe Wicke, der preuß. Scheffel 49 Pfund,coris . . . . 91

ervilin, Ervilie,

Iridriän, Bastard .

Irirtm, ...rinrkoneiisi-, narbonische .sarivs, gew. Saat, .

große Brak. Futterwicke,nldn, weiße Futterwickes^riaoa, syrische WickeDllouini, Lhouni'swi'cke,uinoena, liebliche Wicke, .urriculuts, gegliederte Wicke,

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Die Wicke wird nur in wenigen Gegenden und nur im Noth-falle zur menschlichen Nahrung benutzt, wo sie gemahlen und mitRoggen- und Gerstcnmehl zu Brodt verbacken wird. DergleichenBrodt ist aber sehr streng und hat einen herben Geschmack. Haupt-sächlich dient die Wicke mit ihrem Saamen und ihrem Stroh, wieauch im grünem Zustande, als eine vorzügliche Nahrung für Haus-thiere. Die Saamen sind allen Hausthieren ein sehr willkommenesund nahrhaftes Futter und zur Mästung des Rindviehes zieht mangeschrotene Wicken den Erbsen vor. Daö Stroh steht in Hinsichtseiner Nahrhaftigkeit nicht viel hinter dem Heu und muß in vielenGegenden den Pferden und Schafen dasselbe ersetzen. Man säethäufig die Wicken nicht allein, sondern mit Halmgewächsen, beson-ders 'mit Hafer und der Buffbohne, von denen sie emporgehaltenwerden. Ein großer Theil des Pferdefutters wird als Wicken-und Hafergemcnge gcbauet, und man gewinnt von diesem Gemengein der Regel von einer gleichen Fläche weit mehr und nahrhafteresFutter, als wenn man auf derselben jede Frucht für sich allein säet.Allein werden die Wicken gewöhnlich in keiner größeren Ausdehnungkultivirt, als zu Saamen nöthig sind. Ein Marktartikel sind sie selten;ihre häufigste Anwendung findet zu Grünfutterung statt. Aber auchzur Düngung säet man sie und pflügt sie grün in der Blüthe unter.

Bestandtheile. I) Der Wicke im ganz grünen Zustande

(nach Crome. Hermbstädts Archiv der Agrikulturchemie Bd. 4, S. 318 u. f.)

k) Der vivia sativs, die im Gemenge mit Hafer auf lehmigen Sandboden,der im vorigen Jahre Hafer getragen, gebauet war und die eben die Blüthenentwickelt hatte. Grünes Satzmehl aus dem Safte abgesetzt . 2,30.

Giweiß t,9a.

Hafer ..l0,4t.

Durch heißes Wasser ausziehbare Bestandtheile 7,64.

Wasser . . . 77,30.

in 100 Theilen.

Die Asche von 100 frischen Wicken betrug 0,70 und bestand aus circa 0,32kohlensaurem Kalk und 0,18 Kieselerde.