Aeltcrs Geschichte.
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Dolch Dschemschids" führt, womit er die Erde spaltet und Früchte baut.Drei Stämme der Perser, Panthialäer, Derusiäer und Germanier trieben vor-züglich Ackerbau, der bei den P e r s e r n überhaupt — so unähnlich den spätern ger-manischen und manchen griechischen Stämmen — für ein ehrenvolles Gewerbe galt.
Guten Samen zu säen, sagt der Zendavest, sei so gut, wie 10,000 Gebetehersagen. Die Könige sollten nur Landesprodukte brauchen (bekanntlich wurdendie Abgaben in nuturu gegeben). Steuern durften unter dem Vorwande land-wirthschaftlicher Verbesserungen nicht vermehrt werden; Feldschutz gebot dasGesetzbuch, aber auch den Getreidehandel verbot es und erklärte ihn für einVerbrechen.
Pflug und Egge waren zwar hier sehr alt und wohl ersterer, wie jenerEgyptens, dem hesiodischen in Griechenland ähnlich. Doch ward als Haupt-operation für alle Befruchtung des Bodens die Bewässerung angesehen, hierim gebirgigen Persien die großartigste Hangbewäfferung mit Behältern andem Gebirge, die wir kennen und deren Reste noch jetzt angestaunt wer-den. Darum ward wohl auch in den besseren Gegenden die Fruchtbarkeitso gefördert, daß man nach Strabo nur spärliche Furchen ziehen durfte,um durch zu starkes Bewurzeln der Cerealien nicht ihre Triebkraft zu schwä-chen. Weizen, Spelz, Gerste, später Reis und Mohrenhirse, Hirse, viel-leicht Haber und selbst Mais (in Baktrien, wo Theophrast Weizen mit oliven-kerngroßen Körnern angibt —) waren , die Cerealien, die man baute; unter denFutterkräutern ist's vor Allen die Luzerne (medisches Kraut — korbn meäion),die das berühmte Hippoboton um Nyssa, die großartigsten Stickereien der per-sischen Könige auszeichnete, wo das edelste Pferd des Alterthums, das medisch-kappadozische gezüchtet ward.
Wenig Wein und Olivenöl ward gewonnen, am persischen Golf aber Trau-ben ohne Kern, die Stammarten unserer Korinthen oder Sultaninncn. Mehrschätzten sie Butter oder Sesamöl und selbst das aus Reps, Mohn und Welsch-nüssen war ihnen bekannt.
Die Pistazie ist ein Geschenk Baktriens, nicht minder die Pfirsche und edleObstsorten vom kaspischen Küstenland und dann die Pompelnuß. Auch diejährige Baumwolle ward nach Theophrast in Baktrien gebaut, Kamele, Rinder,Schafe, Ziegen, Esel und Maulthiere werden erwähnt, aber nur das edle Roßwar des Persers Stolz!
Nicht wenig ist's somit, was die Bodenkultur der alten Perser beschäftigte,die bekanntlich durch ein Beispiel dem Ackerbau entnommen (Cyrus), zur Herr-schaft wieder gelangten, aber doch ward ihre Landesproduktion wohl weit über-treffen von den Ländern am Euphrat und Tigris, zumal da, wo sie das spätersogenannte Mesopotamien bilden.
Auch dieses Land war lange Zeit durch persische Provinz, aber das Cha-rakteristische seines Ackerbaues hatte es doch schon lange vorher, schon in denfabelhaften Zeiten seiner großen Königinnen (Semiramis und Nitokris) ersaßt.Es war dieß der unermeßliche Vortheil, den die Ueberschwemmungen des Euphratund Tigris dem Lande gewährten, wo Mangel an Regen-Niederschlügen dieHälfte des Jahres unfruchtbar macht, und Dünger zu geben bei mangelndenWiesen und künstlichem Futterbau eine große Schwierigkeit war. Darum auchfinden wir in den Schriften der Alten, sowie der Neuern, die noch die Restesahen — die Angaben von staunenerregenden Bewässerungssystemen, derenWirkung die Erzeugung 200fältiger Frucht und von Weizen- und Spelzhalmenund Blättern wie Wasserrohre war, wie uns Herodot sagt. Zugleich alsFruchtbanm ward, wie nirgends so, die Dattelpalme gepflegt, deren Heimath