Aeltcrc Geschichte.
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Boden und bei spärlichem Wasser. Schon Abraham Pflanzte Bäume zu Ber-saba und wenn die Juden auch in Aegypten vorzugsweise noch Hirten waren,so hatte doch schon Moses zur Grundlage seines Staatssystems den Ackerbaugemacht. Alles Grundeigenthum gehörte Jehova, alle Jsraeliten sind somitseine Lehensträger und haben ihm, respekt. seinen Priestern — den Zehentals Pachtzins zu geben.
Ein alle sieben Jahre eintretendes Brach- oder Sabbathjahr sollte derErde die verlorene Kraft bei alljährigem Anbau ohne nur einigermaßen, regel-mäßige Düngung (wie möglich ohne Wiese, künstlichen Futterbau und Sickkh-sütterung? —) wieder geben, was freilich in Syrien so leicht möglich war,haja Nutzpflanzen um so weniger Dünger brauchen, je mehr sie den Bohen unhdas Klima ihrer Heimath erhalten, Syrien aber dieser Heimath so nabe 'lag.
Der leichte syrische Pflug, wohl dem griechischen ähnlich, ein Querbalkenals Eggenschleife, der Dreschschlitten, Mühlen durch die Hand oder Thierebewegt, als Zugthiere Ochsen, auch Esel — waren bekannte Hilfsmittel ihrerBodenkultur. Ihre Feldbestellung war verschieden, je nach der Möglichkeit, dieFläche bewässern zu können oder nicht.
Wenn bewässernngssähig, so trat bald Garteukultur ein, wenn nicht, sopflegte man den gewöhnlichen Cerealien - Winterbau und säete Weizen in schweren,Gerste in leichtern Boden, vor Allem auch den Spelz, die nächst der Gersteälteste und verbrcitetste Getreideart in sehr alter Zeit. Leichter sich selbst inder Fruchtfolge vertragend, als irgend ein anderes Brodcereal, war er auch mitBoden und Klima genügsamer, doch aber ward er durch die Muhe des Ger-bens und seinen etwas geringeren Ertrag allenthalben vom Weizen verdrängt.Doch halten die Juden eine Spelzgerbmaschine. Vom Roggen kann nicht dieRede sein. Schweinsbohnen, Platterbsen, Kichern und Linsen wurden gebaut,wohl schon von den Kannanitern, da sie dort bis Kleinasien meist wild waren.Der so vorzüglich hier gedeihende und wild vorkommende Oelbaum berdrängtedie Kultur der Oclgewächse. Die Fortdauer der aus Aegypten mitgebrachtenLeinkultur erheischte schon ihr Kultus, obgleich der Nilschlamm fehlte und sonstsein Anbau schwierig war. Auch kaufte man oft fremden Lein. Die Baum-wolle war ihnen wohl bald bekannt, erst spät aber ihre Kultur, die zumeist erstdie Araber einführren. Ob ihr Byssus die Samenwvlle von einer ^solepiusoder^Eossipium reli^iosum war oder ein aus Baumwolle und Lein gemischterStoss? Sicher aber war's nicht Seide.
Mit Bewässerung baute man leichtlich die beliebten kürbißartigen Früchte,die zarte Schalotte, süße Zwiebeln, Knoblauch und Lauch, Kohlarten und diesyrische Wurzel (ob Lgplmims inckioula?). Als Obstbäume gediehen leicht an dentrockenen Hängen die häufige Feige, die Granate und Olive, in den Flußthälefnder Luph (ein mum) und der spätere Reiß, selbst das Zuckerrohr kam bekannt-lich nach Syrien sehr bald. Palästina hatte nie Wiesen, einige ihnen analogesumpfige Stellen am Jordausufer vielleicht ausgenommen; von Futterkräuternaber baute man außer Wicke und Gerste den Bockshornklee an. st',"
Schwieriger denn ihre Fruchterzeugung war ihre Viehzucht/(Ägleich diePatriarchen und ihre Söhne Nomaden blieben, ja einige Stämme jenseits desJordans gar nie ganz von dieser Lebensart abließen. Trockene und warmeKlimate mit vorherrschenden Kalk- und Sandsteinsormationen sind wohl nochder 'Erzeugung von Körnern und Früchten überhaupt günstig, aber nimmer demFutterkräuterbau, wo die Erzeugung von blattartigen Gebilden, denen Luftfeuch-tigkeit nöthig ist, Hauptersorderniß wird. Für Obstkültur und Cerealienbausorgte daher auch der Gesetzgeber vor Allem und beförderte beides eben so