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Historisch-encyklopädischer Grundriss der Landwirthschaftslehre / von Dr. Fraas
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Die Landwirlhschaft.

das 1850 Quadratmeilen hellenisches Land nicht überstieg, in drei Klaffenein, in deren erster vor allen Thessalien steht, ihm folgt die Ebene von Lamm,die Jnlandsebenen von Böotien und Arkadien, die Ebenen am Eurotas, vonSparta bis Helos und Gythion, die Argolis, die Ebene von Elis, Astros,Mesolonghi, Talanti und Vonitza.

Zweiten Ranges sind die Gefilde von Watika, Megara, Patras, das tri-phylische Pylos, Meffenien, Gastuni und Wrachori.

Den dritten Rang endlich nimmt ein: Korinth, Mika, Chalkis, Amphiffa,Südmessenien und viele Berghalden der Xirobuna, insbesondere auch alle Insel-ebenen.

Woher Altgriechenland den Ackerbau bekam, könnten wir doch ähnlich beant-worten, wie wir es anderwärts thaten. Seine Urgeschlechter, mochten sie inWäldern leben oder am Strand, bauten gewiß zuerst ohne weitere Anleitungjene Früchte von Bäumen und Kräutern, die sie fanden, ehe sie von andernNachbarn neue und edlere erhielten, und die ihrigen gaben. Eßbare Eichelnund zahme Kastanien, wilde Birnen, Kirschen, Weichsel», Aepfeln, Haselnüsse,wilder Honig, Asphodelosknollen und Malvengemüse, die Lupinen, Wicken,Kichern und Linsen alle wachsen in Griechenland wild und boten wohlPflanzen genug dem Anbau zur Auswahl. Höhere Kunst aber und edlereFrüchte wurden ihnen nur auf zwei Wegen zugewiesen, aus Egypten oderaus Kleinasien und hier zunächst von dem Urgeschlechteackerbautreibender"Völker den Phrygern.

Das Gesagte aber beweisen nicht minder die im Lande wildwachsendenFrüchte, die anderwärts nicht sind, wie die aus den Zeiten vor der Einwan-derung stammenden Feste, das beweisen ferner die Sagen von schwarzen Tau-ben, die bei Delphi und am Hain von Dodona sich Heiligthümer gründeten,und in der Osres nigin der Römer nachklingen, wie die Mythe von den Ein-wanderern aus Egypten und Phönizien, die den Ackerbau und die Künste desFriedens lehrten, das beweist der älteste Kultus überhaupt, der halb einheimischist und sich aus seinen wandernden Ackerbaugott Herakles stützt, den erst diespäteren ackerbauscheuendcn Hellenen zum Gastrollen gebenden Klopffechter mach-ten, halb fremd aber und so cgyptische und phvnizische Götter einführt.

Die Götter der Pelasger, wie Mynier und Achäer ( man denke an dasohne Zusammenhang mit der Einwanderung so reich und mächtig gewordeneOrchomenos, dessen Gefilde jetzt größtentheils der Copais bedeckt) warenSymbole der unvergänglichen Fruchtbarkeit der Erde und in mancherlei Zusätzenund Umgestaltungen erbten sie über aus die späteren, gewaltthätigeren Eindring-linge vom Norden her, auf die Dorier, Aeolier und Jonier hellenischen Stammes. Erystchthon, Erichthonius oder Erechtheus

des erhabenen Erechtheus Volk, den Pallas Athene anferzog, Zeus Tochter,

den Sohn der belebenden Feldflur . . ." (Jl. 517.)

wie Cekrops im Lande der Kranäerpelasger (Attika) mit den Mythen vonAthene Polias oder der sich opfernden Aglauros und der Pandrosos nichtminder jene der Danaerpelasger (Argolis) Alle zunächst waren Gottheitender Erdfrüchte, waren mythische Stammväter der pelasgischen seldbauendenLandeskönige und erst die Nachkömmlinge Ions heißen Kriegsfürsten der Athenerund verschmähen anfangs den Ackerbau wie die der heraklidischen Dorier fürdie längste Zeit. Demgemäß auch waren die Panathenäen, ein attischesNationalfest, nur Opferfeste dem Erechtheus gewidmet. Er selbst als Erech-theus Poseidon oder als Quellengott streitet mit Athene, der himmlischen Er-zieherin der Fruchtkeime und Schafferin des den Kranaern vor allen dienlichen