Aelterc (tzeschichtc. 15
Oelbaumes, des edlen zunächst, nicht des wilden, der ohnedem ja in Griechen-land wild wächst.
Vor den eleusinischen Mysterien, bevor also Demeters Gaben nachGriechenland kamen, hatten die Pelasger schon Götter der fruchtbringendenErde und bauten wohl ihre einheimischen Feldfrüchte an. Diese Mysterienselbst aber, die alle fünf Jahre zu Eleusis und aus der thriasischen Flur, wowie auf dem rharischen Gefilde das erste Saatkorn geworfen ward, — bezeugenuns wieder das Obengesagte, denn sie selbst gehen zurück in die altpelasgischeZeit und sind den Festen der Pelasger von Attika analog. Wie auf der Burgvon Athen Pallas Athene, so thronte auf dem Hügel von Eleusis Kora Eleu-finia. Hier heilige Feigenbäume und die Salzquellen der Rhitoi, dort heiligeOelbäume und heiliger Salzquell der Akropolis. Aus der pelasgischen Koravon Eleusis aber ward bei den späteren Hellenen nach Einführung des Cerea-lienbaues die vielfach wandernde Demeter, die Persephone sucht und hier Ruhefindet.
Auch die Thesmophorien waren ein landwirthschaftliches Fest, zunächstdie Relation mit Egyptcn bezeichnend und die Gesetze, welche nach Herodotdie Tochter des Danaus, von daher kommend, die pelasgischen Frauen lehrten.
Die älteste Getreidefrucht, die man in Griechenland baute, war Gerste,wie dieß ihr Gebrauch bei Opfern (Homer) und Festen bezeugt. SechszeiligeGerste und als Abarten die achilleische, schwarze selbst und zweizeilige warenbekannt, ja Theophrast will selbst drei und sünszeiliqe Gerste kennen. Die zwei-zeilige hieß Columella später galatische Gerste.
Der Spelz war älter als Weizen und zwar bei allen Völkern des Alter-thums; auch Varietäten desselben kannte man und das Einkorn, mit dem aberdie AM,. des Galen oder unser Roggen nicht verwechselt werden darf, dendieser gelehrte Arzt zuerst bei den Thraziern sah. Spelz als Pferdefutter wirdvon Homer öfter genannt und AlScoyos Arm« heißt überhaupt jeder frucht-bare Boden.
Den Weizen kannte man in vielen Abarten, zumal seit den Zeiten desTheophrast, der Sommer- und Wintcrweizen nennt, dann afrikanischen (Triti-um äurum), pontischen, thrazischen, assyrischen, Mischen, langgrannigen, gepreßt-ährigen, bunten w. rc.; der böotische war der schwerste.
Wild Hafer kannte man gewiß, ob aber andere Arten, ist sehr die Frage,häufiger war die Hirse, unter den übrigen Sommerfrüchten der Sesam, dasHorminon und Erysimon, dann Schweinsbohnen, Kichern, Linsen, Platterbsen,Wicken, Lupinen.
Theophrast meint, die Erde komme zur Saatzeit — im Herbste undFrühling — in eine Art Tnrgeszcnz oder üppiger Anschwellung, eine Ansicht,die wir bis ins neunzehnte Jahrhundert herauf finden und die zur Annahmevon fruchtbaren Dünsten, welche die Erde schwellten, geführt hat. „Der Weizenin bindenden oder Thon-, Gerste in Staubboden," war Sprichwort. Zweijäh-riger Same ward einjährigem vorgezogen, wenn es galt, nur vollkommeneKörner zum Keimen zu bringen. Ueppige Saaten wurden geschröpft, selbstabgeweidet vor dem Schößen. Die Erndte geschah mit Sicheln, der Halmward mehr in der Mitte durchschnitten, wie noch jetzt, die Garben wurden durchLastthiere oder Wagen auf gepflasterte Tennen im Freien gebracht und durchThiere mit oder ohne Dreschschlitten entkörnt.
Durch Auswerfen der Frucht gegen den Wind oder Abrollenlassen dersel-ben von Weidwannen oder Schaufeln reinigte man sie, hob sie früher in großenirdenen Krügen, die man in die Erde vergrub, auf, später aber in Felshöhlen