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Historisch-encyklopädischer Grundriss der Landwirthschaftslehre / von Dr. Fraas
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Aeltere Geschichte.

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^ewiß, daß ihn der Frieden und gegenseitige Duldung und Nachsicht in seinenLehren leiteten und die noch bis zur Stunde werthvollsten Ermahnungen undfür sein Land praktisch bewährte Vorschrift gab, vor Allen auch den Armen zuschonen gebot, ihm aber Arbeit empfahl,

Arbeit, welche den Menschen zur Pflicht auflegten die Götter ....

Wer jedoch nicht selber erkennt, noch des andern Rede

Sich In's Herz einprägt, der Mann ist nichtig und unnütz! ....

Maas in Allem bewahrt; Vollzeit ist besser, als Unzeit"

sind einige Goldkörner als Muster aus dem unerschöpflichen Schatze der weisenLehren, die er gibt.

Tyrtamus aus Eresson auf Lesbos, geb. 370 v. Chr. und von seinemLehrer Aristoteles später Theophrastus genannt, ist der andere großeMeister in landwirthschaftlichen Grundlehren des Alterthums, wie seines LehrersSchule und griechische Naturphilosophie überhaupt sie damals zu Grunde legte.Von den vielen Büchern, deren Titel die Geschichtschreiber von ihm aufzeichnen,

M nur Weniges auf uns gekommen; 9 Bücher über die Geschichte und 6 Bücherüber die Grundbedingungen der Pflanzen, in denen zerstreut wir eben dieinteressantesten Notizen über Ackerbauverhältnisse der Griechen in ihrer blühendstenPeriode finden. Er starb in sehr hohem Alter zu Athen, wo er auch einenbotanischen Garten angelegt hatte.

Ganz anders als wie bisher geschah, tritt uns der Landen des in der sZeit nun vorherrschenden Volkes, das selbst alle bekannten Völker der Erde '

bald unter sein Joch zwang, tritt uns die Landwirthschaft bei ihren höchsten

Verehrern, den Römern, entgegen. Nicht von römischer Landwirthschast kannman eigentlich schreiben, wie wir's etwa oben von Egypten und Syrien thaten,

sondern hier ist's nur Eine Stadt mit ihrem nähern Umfange, die herrschend

in die Weltgeschichte tritt, ein kleines Volk von Ackerbauern, gleich vom An-fang seiner Geschichte an die landwirthschaftliche Beschäftigung als Grundlageihrer staatlichen Entwicklung ganz ausschließlich nehmend.

Hätten die Römer gleich den wilden Horden Jnnerastens nur die Völkerbezwungen und nicht auch weise beherrscht, zunächst aber ihnen nicht den voll-endeteren Ackerbau und schöne bürgerliche Gesetze gebracht, so wäre wohl allehohe Civilisation Griechenlands vergeblich gewesen und Rom selbst hätte niehohe Bedeutung in der Geschichte des Entwicklungsganges der Menschheit ge-wonnen. Aber Rom vergaß auch in seinen Triumphen nicht, was die Gründerihres Staates als höchste Forderung an den Bürger stellten und als höchstesLob festsetzten:bonus uArieolu bonusgue oolonus!" Schon als sie die Stadtgründeten, die die ewige heißen sollte, kamen ihre ersten Bewohner aus demInnern des Landes heraus, übten nicht Fischfang, selbst an der Tiber nichtund verstanden nicht Schifffahrt. Schon Romulus gab Gesetze über denLandbau und noch mehr Nnma. Eroberten sie, so nahmen sie den BesiegtenLändereien, bauten sie für sich und verschönerten sie. Zwei römische Tagwerkegab Romulus jedem Bürger und sie bildeten sein lmvroäium:Priester derFluren setzte zuerst Romulus ein und die Aehrenkrone war die erste dervielfachen späteren Kronen römischer Bürger .... Nnma traf die Einrichtung,

die Götter mit Fruchtopfern zu verehren und die Göttinnen Kein (n serenäo)SsAsstn (u seALtibus) gehörten zu den ersten, die das Volk kennen lernte.Pisoner, Fabier, Lentuler und Cicerone» alle diese edlen Geschlechterrühmten sich solcher Vorväter, die durch Kultur der diesen Namen tragendenHülsensrüchte sich ausgezeichnet hatten. Den Acker schlecht anbauen, wardvom Censor gerügt. Einen Bürger einen guten Landwirth nennen, hieß ihn