Buch 
Historisch-encyklopädischer Grundriss der Landwirthschaftslehre / von Dr. Fraas
Entstehung
Seite
38
JPEG-Download
 

38

Die Landwirthschaft.

qedruckt ward. Schon viel früher waren aber Fortschritte in landwirth-schaftlicher Kultur in Italien namhaft genug gemacht worden. Die Einführungder Seidenzucht (König Roger von Sicilien 1146) aus Griechenland, die groß-artigen Bewässerungsanlagen der dessallsigen Lehrmeister König Friedrichs I.im dreizehnten Jahrhundert, nämlich der Mönche von Chiarevalle, die ersteEinführung des künstlichen Rothklee- und Lnzerncbaues in Oberitalien zur Zeitdes dieß bezeugenden Camillo Tarcllo, die entscheidende und wohlthätige Ein-wirkung des Pabst Sixtns auf den Ackerbau, sind Glanzpunkte in der älterenKulturgeschichte Italiens.

Vorzüglich die Umgegend von Brcscia war dazumal ausgezeichnet imAckerbau und Ag. Gallo von daher spricht ebenso von bereits gemeinem Lu-zerne- und Rothklccban um seine Vaterstadt (1550).

Auch Carlo Stesanos Werk fällt in diese Zeit (1554).

Nicht jünger sind die Bemühungen französischer Schriftsteller, die Land-wirthschaft wieder in die Reihe der angenehmen und nützlichen Wissenschafteneinzuführen, freilich noch ohne alle wahre Grundlage. Bernard de Palissy,ein Töpfer, schrieb über die Mittel, reich zu werden, einen landwirthschaftlichenTraktat (1564), Ag. Gallos Werk ward schon 1571 übersetzt und das Mai-son rustique (von E. Stephan und Jean Libanlt) eröffnete eine Reihe werth-voller praktischer Schriften, unter denen die Werke des Oliv. dc Serres undPatnllo vorzüglich glänzten und endlich mit Duhamel de Moncean im acht-zehnten Jahrhundert die Grundlage für ächt wissenschaftliche Betrachtung ihrerAusgabe legten.

Selbst Spanien stellte schon seinen Herrera (Vonot. tut. 1557, ltal.1565, spa». 1643 nach Mnnchhansen) und endlich Deutschland den ehrlichenConrad Hcresbach (geb. 1508 gest. 1576), welcher in vier Büchern einenDialog über Landwirthschaft und Gartenkunst ganz im Style und Wesenrömischer Autoren gab, der 1603 zu Speier gedruckt ward. Auch hat schoni» Mitte dcS fünfzehnten Jahrhunderts Kurfürst August II. von Sachsen denLandban mächtig befördert.

Auf Hcresbach folgte bald M. Job. Coler (oooonoiiüa rurulis otllomostiou 5Vitt6,»l>. 1597) und darauf nach kaum überstandenen Nachwehcndes dreißigjährigen Krieges die gewichtige Schaar hausväterlicher Folianten,des Pfalzgrafen Carl Philipp (Florinns) kluger und rcchtsverständiger Haus-vater, Wolf Helmhards von Hochberg Bericht vom adeligen Land- und Feld-leben (Nürnberg 1682) und dieHausvätcr" von Becher, Döbel, v. Feldek,Leopold, Mayer und von Rohr rc., gingen in rascher Folge neben denlatei-nischen Bauern" in ^robus rustiois" einher und bahnten den Weg für dieschon in Mitte des achtzehnten Jahrhunderts so ausgezeichnete empirisch-prak-tische Schule deutscher Landwirthe, welche selbst das beste und einzig haltbareFundament für die gegen das Ende dieses Jahrhunderts sich hebende wissen-schaftliche oder rationelle Klasse der Neuzeit legten.

Was deutscheHausvätcr," das wirkten in England die »boolls ok llus-L.-riulr^ch deren Reihe Sir A. Fitz Herbert eröffnet. Sein Werk erschienerst unter Heinrich VIII. (1534). Diesem folgte von demselben Verfasser tlloIiooll ok 8urvv)4nK null Improvönrents (1539) und unter Elifabeths Re-gierung der Musiker, Oekonom, Viehzüchter und Dichter Tbomas Tusser(geb. 1527), der ein Werk in holprigen Versen schrieb, das selbst in denSchulen eingeführt ward (llvo llunllro«! Points ok liusllunär)). B. Scott schreibteine Abhandlung über den noch nicht lange in England eingeführten Hopfen(1574) und B. Googe (schrieb 1578), Sir Hugh Platt (1594), endlich