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Die Landwirthschaft.
treibung von Abgaben und Dienstleistung geneigt (unterm Krmnmstab ist gutwohnen!), zu Nachlässen und Vorschüssen gern bereit, ja selbst durch ihre Pflegealtklassischcr Studien nicht ganz unwissend im rationellen Betrieb. Außer diesenDingen aber, der Anlage von Urbarsten und der Fixation der Zinsen undDienste haben sich die deutschen Kloster in schriftstellerischer Forderung derLandwirthschaft oder in bedeutenden praktischen Verbesserungen des Ackerbaues,wie sie in England in dieser Periode schon Statt fanden, kein Verdienst erworben.Von ihnen zunächst auch gehen die älteren Schriften über Landwirthschaft inlateinischer Sprache nach dem Muster Virgits aus, in Hexametern oder wohl-gefügter Rede voll Floskeln und Schnitzwerk ward in Dialogen oder Geor-gikcn oder Bnkoliken altrömische Landwirthschaft gelehrt — Niemandem zumFrommen, weil unverständlich in Form und Wesen! —
Den Städten und den meisten Stiften gegenüber saß auf seinen befestig-ten Burgen, an Flüssen und Heerstraßen, der wohl nicht darbende, aber auchnicht reich werdende Landsreie — der Adel; Schclsucht und Neid, endlichgrimmiger Zorn erfüllte ihn, wenn er den LuxuS und Reichthum seiner Ge-nossen in der Stadt sah, wenn die Stadtbanner im Bunde zusammen seineFähnlein niederwarfen, wenn sie dem ihm entfliehenden Knecht Aufnahme undSchutz gewährten in ihren Mauern. Drum denn hielt er den freien Bürgerder Stadt sich nicht mehr ebenbürtig, verachtete nur um so mehr jeden fried-lichen Erwerb, tyranniflrte den Leibeignen viel mehr, als je seine Väter esthaten und legte sich aus Brand, Mord und Raub. Wegelagern ward ritter-licher Erwerb, den selbst Fürsten und Bischöfe nicht scheuten.
Der Erfolg blieb nicht aus! Zum ersten Mal seit undenklicher Zeitmachten die Unfreien den Versuch, das unerträgliche Joch abzuschütteln. DieWuth des entfesselten Sklaven und seiner Unwissenheit zeigte sich nun vollaufin dem beginnenden Bauernkrieg, dem Vorläufer der Reformation. Der Bund-schuh und das Pflugrad hatten sich gegen die Stände des Reiches und gegenAlles verschworen, was sie bisher gedrückt hatte, brachen die Burgen ihrerDränger, verbrannten die Kloster und suchten selbst in die Städte den anarchi-schen Umsturz des Bestehenden zu tragen. Die maßlosen Dienste, die unend-lichen Zinsen, Steuern, Handlöhne und was der Feudalismus noch Alles ersann,dazu die ewigen Fehden und der Kriegsdienst, endlich gar noch römisches Rechtund römische Köpfe — das Alles hatte den Leibeigenen zur Verzweiflung ge-trieben und er griff zu den Waffen. „Man kann vor Pfaffen und Edellütnimmer genesen!"
Der Ansgang des Bauernkriegs war schrecklich für die Besiegten, nochmehr für das Reich selbst. Nicht bloß politisch hat uns dieser und der drei-ßigjährige Krieg zu Grunde gerichtet, auch die physische Kraft des freien,starken und reichen Bauernstandes, die Kraft der bürgerlichen und bäuerlichenVerfassung hat er uns genommen, mit deren Erringung durch Sieg und Hülfewir außerdem nicht noch Schmach und Schande zwei Jahrhunderte lang ge-tragen hätten und jetzt selbst ist noch die feudale Bodenbelastung Grundnbelder meisten deutschen Staaten. Nicht Fleiß und unermüdlicher Eifer, nicht diehöhere Wissenschaft und Kämst (als jene der Nachbarn) hat es bis jetzt dahinbringen können, daß wir die Vortheile des Ackerbaues errungen hätten, diejenen die Befreiung des Bodens brachte!
Während nun England jene von uns schon angedeuteten großen Fort-schritte in der Kultur und dem Handel machte, seine Revolution selbst förderndauf den Ackerbau wirkte, während Frankreich durch Colbert sich neue Systemefür Manufaktur- und Fabrikhebung schuf, ging in Deutschland die Hanse zu
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