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Historisch-encyklopädischer Grundriss der Landwirthschaftslehre / von Dr. Fraas
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Die Landwirthschast.

auf den Ackerbau, und Theuerung folgte rasch. Aber schon 1754 ward derGetreidehandel wieder frei und die Erhebung des Ackerbaues begann auch hiergleichzeitig mit denselben Bewegungen in England und Deutschland so nach-drücklich, daß schon 1761 sich in Frankreich 13 Haupt- und 19 Nebengesell-schaften für Landwirthschaft befanden. Darunter waren jene zu Paris, Lyon,Amiens und Bordeaux ausgezeichnet. Du Hamel, Thouin, Parmentier, Cha-teauvieux waren Vorkämpfer für die glänzenden Erfolge der spätern Zeit.

v. Trudaine führte 1776 Merinoschafe nach Frankreich ein und 1786erhob sich Rambouillet.

Was auch zur Zeit der Revolution und durch Napoleon selbst Förderlichesfür den Ackerbau angeordnet wurde — und Letzterer war darin thätig, — eskonnte doch wegen der häufigen Kriege und Umwälzungen des Bestehenden eingediegenes Fortschreiten nicht erzielt werden. Dazu aber trug auch die immenseZerstücklung des Grundcigenthums nicht wenig bei.

Indessen wollen wir nicht so rasch unserem Jahrhunderte schon zueilen,sondern auch noch des besseren Zeitalters der deutschen Landwirthschaft im18ten Jahrhundert gedenken, in dem sowohl wissenschaftliche wie praktische undlegislative Pflege derselben die hohe Stufe zu erklimmen begann, auf welcherwir jetzt unsere nützlichste der Doktrinen erblicken.

Schon hatte Thomasius zu Anfang des 18tcn Jahrhunderts zu Halleöffentlich die Oekonomie zu lehren begonnen, ihm folgte Ludewig, Frankenstcinund Zinken zu Leipzig nach, bis endlich König Friedrich Wilhelm zu Frankfurtan der Oder und zu Halle die erste Professur für Oekonomie und Kamcralwis-senschaften gründete und mit Ditmar und Gaffer besetzte. Immer mehr vonnun an erfüllten sich Bekmanns und Döhlers Wünsche und die Lehre desRealen hatte sich, zumeist von den Apostaten der humanen Wissenschaft verthei-digt und ausgebildet, keck neben ihre Hilfsgenossen, die Staatsökonomie und dieNaturwissenschaft auf den Katheder geschwungen. Auch am Carolinum zu Braun-schweig (1745), am Thcresianum zu Wien (1752), auf der hohen Schule daselbst(1762) und zu Prag (1766) wurden Professuren der Kamcrälwissenschast errichtet.Es konnte nicht fehlen, daß auch nicht bald darauf eigene Institute für dieseWissenschaft verlangt und gewährt wurden. Schon Schieber in Sachsen undGriesheim hatten Vorschläge zur Errichtung einer ökonomischen Fakultätgethan und die nach dem Plane von Hautzenbergs eingerichtete Kameralakademiezu Läutern (1774), die in der Folge nach Heidelberg verlegt wurde, war eineder ersten derartigen Institutionen, wiewohl passender noch die eigentliche Land-wirthsschule (Lüder!) zu Flcnsburg. Auch in Gießen, Wien und Stuttgart voll-führte man jene Vorschläge um so mehr, als von nun an eine große Zahllandwirthschastlicher Gesellschaften sich bildet. Unter den Deutschen, süd- undosteuropäischen überhaupt sind bemcrkcnswerth als eine der ältesten die thürin-gische zu Wcißensce (1762), zu Leipzig (1765), zu Halle (1764), die fränkisch-physikalische (1765), die zu Laybach in Kram (1767), zu Wien, dann die Ü k.böhmische, die österreichische, und die zu Tyrol, die Ackerbaugcsellschaft zu Mäh-ren, die zu Grätz und andere in Oesterreich; in Baiern die Gesellschaft derSittenlehre und Landwirthschaft zu Burghauscn (1769) die schlesisch-patriotischeder Stände zu Breslau (1772) und viele andere noch, deren Aufzählung unswohl hier erlassen wird.

Nicht minder thätig zeigt sich die Litteratur der Landwirthschaft von nunan und es ist keine geringe Aufgabe, sie zu sichten, um den Weg zu finden, densie zur Erreichung ihrer Aufgaben verfolgte. Das Einfachste und von jederIllusion idealer Strebungen fern Liegende scheint uns zu sein, die Hauptfragen