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Die Landwirthschaft.
Boden, die er als Agronomie zuerst (in der rationellen Landwirthschast) eigent-lich feststellte und in der Düngcrlehrc.
Indem wir zur genauern Bezeichnung des Standpunktes, von dem auser agirte, den Leser auf das unterm Artikel Chemie Vorgetragene verweisen,fügen wir hier nur kurz bei, daß zunächst Er es war, der die schon langevon den Chemikern umgestürzte, sehr trübselige Ansicht der praktischen Land-wirthe vom Oel, Salpeter und fruchtbaren Dunst aus den Lehrbüchern derletzteren verbannte und, eklektisch verfahrend, zwar weder den Rückert- (späterGriscntwhite - Liebig'-) schen Theoriecn von den Erdarten als wesentlichstePflanzenuahrung, noch auch völlig den Hclmont-Schrader'schen von der allei-nigen Wirkung des Wassers als Nahrnngsstosf beipflichtete, sondern beiderWerth nicht mißkennend als Hauptpflanzeuuahrung den Humus, wie Saussureund Andere schon gelehrt hatten, annahm, zugleich aber auch an die Fähigkeitder Pflanzen glaubte, durch ihre Lebenskraft erdige Stoffs aus fremdartigenBestandtheilen zu bilden, ohne sie gerade aus der Erde aufnehmen zu müssen.
Diesen Untersuchungen der Dünger- und Bodenarten aus ihre physikalischenEigenschaften waren mit nicht minderem Erfolge jene auf ihre chemischen zurSeite gegangen. Demgemäß konnte Thaer seine wichtigeren Ansichten überdie Wirkung und Anwendungswcisc des Kalkes, des Mergels, der Asche unddes Gypses ausstellen. Bezüglich des letztem und der Salze überhaupt hul-digte er indessen der schon damals aufgenommenen, von Chaptal erst vorzüglichausgebildeten Ansicht von der reizenden Wirkung derselben auf die Vegetations-kraft. Eigentliche Befruchtung oder Düngung der Erde finde nur durch dieBeimischung verwesender, organischer Körper statt, die mineralischen Substanzendienten nur als mechanisch wirkende, Konsistenz ändernde Stoffe oder als Hülfs-mittel zur Lösung oder Verwesung der ersteren.
Sehr interessant, aber wenig in der Folge beachtet, sind Thaer's Ansichtenvon der Luftdüngung, auf die er besondere Aufmerksamkeit bei weiterenVersuchen zu haben empfahl. Sauerstoff und noch mehr die Kohlen-säure der Luft waren ihm sehr wichtige Agentien beim Vegctationsprocesse.Eine große Menge daraus abgeleiteter sehr wichtiger Folgerungen bezüglichder Lockerung des Pflügens und der Bodenbearbeitung überhaupt entquollendiesen Axiomen wahrer 'Naturanschauung.
Seit Münchhansen seine Theorie des Pfluges im „Hausvater" hatte er-scheinen lassen, hatte in Deutschland Niemand das Pflügen und das Instrumenteiner tiefern Untersuchung gewürdigt, bis Thaer nicht bloß die wichtigstenFragen hierüber in entscheidende Betrachtung zog, sondern auch die in Englandschon längst üblichen, seit Small (o» plorlglis cmä äVIwel-oarriaxes, Läinb.1794) sehr verbesserten und durch Bayley zu hoher Vollendung gekommenenPflüge den Deutschen zur Beachtung empfahl.
Die Extreme der Fragen, ob mau im Herbste oder Frühlinge vorpflügensolle, suchte er mit verständiger Distinktiou zu vereinigen und je nach Lage,Boden und Klima zu ermitteln; noch bis zur Stunde ist über diese Thesisdes Landbaues, sowie über jene des Wie oft- und des Seicht- oder Tiefpflügensnichts Besseres gesagt worden, als was der große Gründer der rationellemSchule schon 1798 vorgebracht hat. Namentlich über die letzte Frage, welcheso lange das landwirthschaftliche Publikum Deutschlands (siehe oben) aufseifrigste beschäftigt hatte, stellte Thaer die klare Entscheidung fest und schloß,daß tiefes Pflügen zunächst für den rathsam sei, der Dünger genug habe, einetiefe Krume damit zu verbessern und der Futtcrgewächse abwechselnd mit
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