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Historisch-encyklopädischer Grundriss der Landwirthschaftslehre / von Dr. Fraas
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Neueste Geschichte.

brach ein Strom landwirthschaftlicher Erudition und höhern Fortschrittes,auch neben und um ihn brachen Bäche und Flüsse hervor, die in ihn mündetenoder sich in selbstcigener Bahn das Bett bahnten, nicht minder groß oft an-schwellend, wie Er; noch mehrere aber entströmten ihm wieder und zogenbefruchtend und heilbringend durch ferne Länder fort, sich mehrend und aus-breitend, und in noch immer steigender Zunahme! Nicht aber jene überschwem-mende Fluth ephemerer, nur zerstörender und alle User der ächten Naturgesetze. .^rMndlgcn Erfahrung übcrftuthender Sturzbäche litcrarischen Wustes,wie ihn -Buchhändler-Taglohu oder schreibseliger Dilettantismus hervorruftnicht icuc literarflchen Wildwässer meinen wir hier, sondern die goldene Fluthder mehr praktljchen, wie ächtrationellcn Schule, unter welcher wir Heroenfinden nicht minder groß fast, wie die genannten.

durch H- F'sch", der sich an die Schleußt gestellt hat,

§ s oic Fahrt zur litcrarischen Unsterblichkeit führt, wird es dem

N ^ 'fingen, Me Wildwäffcr zu dämmen und den Wust zu sichten, wie'sii groß ist in der That die Zahl der Vollkommenen!

M "'dessen bei Allen biographisch so verfahren, wie wir es beim

-vcelstcr dieser Epoche gethan haben, so wäre uns der Raum hier wohl nimmergegeben. Eine andere Zeit mag uns das gönnen.

Die Grundsätze sind bezeichnet, aus die man fußte, im doktrinellen Theilewird sich das davon in die Praxis getretene Detail vorstelle» es bleibtsonnt mchls übrig, als an letzteres zu geben, nachdem wir aber vorerst noch) den Geist der Landwirthschast nach Thaer etwas näher bezeichnet,

- cringer der größten Zeitgenossen Thaer's näher gedacht haben, dem.'räume und der Zeit gemäß uns aber zunächst nur mehr auf Deutsch-land beschränken.

Unter den Letzteren nimmt gewiß I. Nep. Schmerz den ersten Rangi^' geboren den 1l. Juni 1759 zu Koblenz und starb daselbst am

11. Februar 1844 84 Jahre alt. Schmerz genoß eine sehr hnmanistischeErziehung, ward selbst zur Theologie vorbereitet, entsagte aber diesem Zieleund kam 1780- als Hauslehrer nach St. Goar, wo er mit einem auf seineAtidung und Stellung einflußreichen Manne, Host. Kcrstinq und dessen SteffenDtepcnlwock m Anhalt, nälwr bekannt ward. Von 1783 bis 1793 und länger,^ -^abre fort, blieb «chwerz als Hofmeister und Hausfreund bei derFamilie des Grasen Rimesse. Bereits 40 Jahre alt (1801s übernahm er dieVerwaltung der Renesse'schen Güter und den Selbstbetricb der Landwirthschast^us einem Theile des Gutes Elder». Hier erhielt er die praktische Weihe"ich fleißige Beobachtung und bann erst gebildete Theorie, gekräftigt durchon Umgang mit Männern, wie Berdcn und anderen tüchtigen Landwirthen,

. hinlängliche Auskunft über belgische Ackcrbaumcthodcn und Landwirth-Ichast überhaupt gaben. Daß er zugleich einschlägige Werke über Landwirth-Ebast las, wie die Schriften der Holländer Cropp, Dicrxon, de Kin Thys,an Pouderle und Mans oder die englischen von Nouug, Sinclair, Weston^d insbesondere des deutschen Thaer neben Beckmann s freilich sehr dürftigenGrundsätzen der deutschen Landwirthe, Bcrgcn's Anleitung zur Viehzucht,o^ior eours <l'L<xriculturo und viele andere läßt sich bei seinem durch huma-'usthche Wissenschaft so rege gemachten Eifer für Studium überhaupt wohlwicht denken, wenn wir es auch nicht überliefert erhalten hätten.

Baldach angetretener Praxis suchte Schmerz durch Reise» seine gewon-nenen Theoriccn zu prüfen, ihnen Erweiterung und vor allem Kritik zu geben.Was er auch später Treffliches in die Praxis einführte selbst sammt den