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Historisch-encyklopädischer Grundriss der Landwirthschaftslehre / von Dr. Fraas
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Die Landwirthschaft.

nach einer Vereinigung mit ihm, was aber nicht gelang. Neben seiner Armen-schule gründete nun auch (1804) Fellenberg seine Lehranstalt sür gebildeteLandwirthe, die sich bedeutender Anerkennung erfreute. Eine zweite Anstalt, sürdie Erziehung von Söhnen aus höheren Ständen berechnet, folgte bald undhatte nicht minder bedeutende Frequenz.Prinzen und Fürsten sind in der-selben gebildet und erzogen worden." Vorzüglich unter seinem tüchtigen Gehül-fen und Direktor der Armenschule F. Wehrli blühte letztere sehr auf. Eine1813 zur Untersuchung dieser Anstalt vom Staate ernannte Commission sprachsich dahin aus, daß zu Hoswyl alle Erwartungen übertroffcu würden. In derThat auch war Hoswyl lange Zeit der Brennpunkt für alle derartigen euro-päischen Bemühungen; fast alle Staaten Europa's sandten Commissionenab, um seine Anstalt kennen zu lernen und nachzuahmen. Kaiser und Königeverkehrten darüber persönlich oder in Geschäftsträgern mit ihm. Selbst inAmerika und Ncuholland wurden Armenerziehungsanstalten nach dem Musterder (einigen und mit Zuziehung seines Rathes gegründet. Neben einer vonFellenberg's Gattin gegründeten Erziehungsanstalt für Töchter, die zwölf Jahrelang dauerte, ist auch insbesondere der seit 1809 vormals stattfindende Unter-richt für Schnllehrer zu Hoswyl zu beachten. Von 18311836 wurde jähr-lich 100 Schullehrern ganz auf Kosten Fellenberg's ein dreimonatlicher Bildungs-kursus in landwirthschaftlichen Dingen gegeben. Schon 1830 entstand auch seineRealschule, dann selbst eine Kleinkinderschule, so daß sür jedes Alter, wie fürjede Klasse der Gesellschaft eine entsprechende Anstalt in Hoswyl bestand. Fel-lenberg hatte durch viele Anfeindungen der gehässigsten Art großen Kummer zutrage,?, doch auch ward ihm wieder Ehre gegönnt, er ward selbst 1833 zumLandamman von Bern gewählt. Er verschied nach dreiwöchentlicher Krankheitsanft und schmerzlos im 74. Jahre seines Alters 1844.

Und seine Stellung in der Landwirthschaftsgeschichte?" höre ich fragen.Von seiner Säemaschine, von den künstlichen Düngerarten, von seiner neuenMethode zu pflügen rc. hören wir Nichts?"

In der That, in seiner Stellung als theoretischer oder praktischer Land-wirth in spoois ist Fellenberg nicht Führer gewesen, so sehr er auch in dendaraus folgenden Reihen eigenthümlich hervvrstrahlt, wohl aber steht er alspraktischer Realschulmanu und für Landwirthschaftschulen zunächst im erstenRange. Dafür auch, für das landwirthschastliche Unterrichtswcseu im Allgemei-nen ist er tonangebend sür Europa und von nicht hoch genug zu rühmendemEinflüsse gewesen und wer weiß, ob jener schöne Zeuge unscrerLandbaugeschiebteder letzten Jahre öffentlicher Unterricht und Fortbildung in Schulen, Ver-sammlungen und Vereinen ohne ihn so rasch zur That geworden wäre!

Wir gehen damit über zur Schilderung des Charakters der letzten Periodelandwirthschaftlichen Strebens der Deutschen in uach-thaerischer Zeit in denletzten verflossenen zwei Decennien unseres Jahrhunderts.

Wohl sind die Tage vorüber, in denen für und gegen die leere BracheKampfeifer entbrannte, in denen durch Aufhebung von Waidegerechtsamen undFlurzwang man zum künstlichen Futterbau und zur Stallfütterung vordrang, essind vorüber die harten Tage, in denen freisinnige Patrioten mit sehr bedeu-tender Aufopferung Befreiung des Bodens von unmäßiger Feudallast erstrebte!:,und, wo nicht gehoben, so doch in das moderne Vehiculum der Pseudophilanthropiesind sie gehüllt, es sind die glorreichen Zeiten rationeller Begründungder Landwirthschaft vorüber und der Fruchtwechsel braucht zu seiner Aner-kennung kein Experiment mehr, aber daß dagegen gerade in unserm Landeund selbst überhaupt in Europa die landwirthschastliche Praxis so florire, wie

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