Neueste Geschichte.
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v. Griesheim gegeben und theilweise auch in der nach Hautzenberg's(1774) Plane gebildeten Cameral-Akademie zu Läutern in der Pfalz, durch dieVersuche v. Schönste ld's zu Trenowa in Böhmen, Boght's bei Flottbeckund jene des Gr. v. Festetic's in Ungarn verwirklicht worden war.
Möglin.
Eine höhere Klaffe zur Bildung rationeller Landwirthe und eine bloßeAckerbauschule ward bereits von Thaer als Abtheilung verlangt. Die Ueber-stedelung seiner Privatanstalt von Celle nach Möglin war eine Hanptabstcht,welche Preußen durch seine Acquisttion erreichen wollte. Dort nun baute auchThaer ein Jnstitutshaus aus Actien; Einhos ward charakterisirter Professor undauf den October 1806 wurden die Vorlesungen angekündigt. Aber der un-glückliche Krieg Preußens brachte Alles in's Stocken.
Zwar hatte anfänglich Thaer das Jnstitutshaus nur auf den Fuß einesGast-- und Loqirhauses gesetzt, damit dort jeder Akademist nach Vermögen,Geschmack und Gewohnheit leben könne, allein die Nachtheile zeigten sich baldund er mußte gemeinschaftlichen Mittags- und Abendtisch halten und die Oeko-uomie des Hauses administriren lassen. Sonst aber band man sich von beidenSeiten wenig an Unterricht, Zeit und Plan. 1810 ward das Institut mitder neu errichteten Berliner Universität verbunden und Thaer ward außerordent-licher Professor. Dieß dauerte indessen nur wenige Jahre und die alte Formtrat wieder ungeändert ein. Dennoch ward nach Thaer's eigenem Geständnissedas Institut die Quelle aller seiner Verlegenheiten und Sorgen. Auch Cromeward dort Professor und nach seinem Tode Franz Körte, Kuerö fürVeterinairwesen, Koppe der Wirthschastsführer. 1819 erhielt das Institutdas Prädicat kömgl. akademische Lehranstalt des Landbaues. Daß Thaer'sGrundsätze durch seine Schüler zu Möglin am Besten verbreitet und die dortgelegten Keime durch sie die schönste Entwickelung fanden, ist unbezweifelt, undschon 1809 zählte Thaer 160 Schüler, die für den rationellen Ackerbau wirkten.Um 1838 erschien vom würdigen Sohne A. P. Thaer ein Programm nebstStatuten für die landwirtschaftliche Anstalt zu Möglin, worin ausgesprochentst, daß ihr Zweck sei: „dem durck, guten Schulunterricht zum Auffassen eineswissenschaftlichen Vortrages Befähigten, — der von der Neigung zum landwirth-schaftlichen Betriebe beseelt und mit dessen Gegenständen schon an-schaulich bekannt ist, — in den Stand zu setzen, den Umfang seinesBerufes wissenschaftlich zu erkennen, den ihm angewiesenen Boden darnachstlbstständig zu beurtheilen und ihn auf die ertragreichste Weise zu cultiviren."
»Unsere Lehranstalt ist weder eine Schule (?) noch eine Erziehungsanstalt."— Das Honorar für Unterricht, meublirte Wohnung, Bedienung, Mittags-Md Abendessen war mit 350 Thaler Pr. Cour. angesetzt.
Was Möglin seiner Zeit im nördlichen Deutschland war, was dortEldena ist, das gilt für den Süden Hohenheim und Schleißheim, imMittlern Theile Wiesbaden, Jena und Tharand.
Hohenheim.
Ehre und unvergänglicher Ruhm dem großen Könige des kleinen Landesund den Männern, die mit so verständigem Sinne ihrem landwirtlffchastlichcnVereine eine Unterrichts-, Versuchs- und Mustcranstalt an die Seite zu stellen,uoch mehr aber sie mit den nöthigen materiellen und geistigen Mitteln auszu-