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Historisch-encyklopädischer Grundriss der Landwirthschaftslehre / von Dr. Fraas
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Die Landwirthschaft.

statten bemüht waren! Schon 1818 ward Schmerz nach Württemberg deß-halb gerufen und am 20. November desselben Jahres eröffnete dieser Lieblingder segenverleihenden Erde mit nur 8 Zöglingen in feierlicher Rede die land-wirthschastliche Schule zu Hohenheim. Schmerz war Hauptlehrer allein,als Directionsasststent nahm er schon 1824 den tüchtigen Bolz und alsBuchhalter seine früheren Zöglinge Pabst und Oppel. Hochstetter undZenneck standen als Lehrer der Hülfswissenschaften ihm zur Seite. Ober-medicinalrath Walz von Stuttgart lehrte in wöchentlichen Besuchen Thier-heilkunde.

Noch am Schlüsse von 1818 ward die Ackerbauschule gegründet und mit10 Knaben von 14 Jahren aus den königl. Waisenhäusern eröffnet. WarSchmerz der Fundator, so muß von Ellrichs Hausen als Constrnctor derAnstalt genannt werden, denn nicht bloß für die Zöglinge der Ackerbauschule(Landbaumänner), sondern auch für die sonstigeil Lehrkräfte der Anstalt über-haupt entwarf er eine bessere Dienstesinstrnction. Nun erst kamen die Attributezum bessern Gedeihen und die Anstalt in Ruf. Schon 1820 war die Forst-lehranstalt mit einem, später zwei Forstlehrern und einem Repetenten zurLandwirthschastsschule gekommen. Unter den Lehrern daran ragte vor Allender treffliche Gw inner hervor, der 1841 als Kreisforstrath nach Ellwangenkam und in der Geschichte des Forstwesens den gebührenden Rang einnimmt.1822 geht die Landesstammschäferei an's Institut über, 1823 eine Waiscn-schule und Schulamtscandidaten, 1829 der botanische Garten, 1830 und 1837geschah Viel für das Technologium, 1834 wird das Wochenblatt gegründet, dasRiecke so vortrefflich redigirt, 1842 eine Seidenzuchtanstalt unter Leitung destüchtigen Mögling.

Die Frequenz der höhcrn Lehranstalt betrug bis 1842 an 911 Zöglinge,darunter 598 Landwirthschästler und 313 Forstzöglinge waren, also im Durch-schnitte für Landwirthschast in 24 Jahren pro Jahr 24 Köpfe. Die Zunahmehob sich besonders unter Ellrichshansen und schritt dann gleichmäßig vorwärts.Der Gesammtaufwand betrug pro 18"/Jj — 10830 fl-, dazu voraussichtlich derStaat 2317 fl. zuschießen mußte.

Die Frequenz der Ackerbauschule betrug vor ihrer wesentlichen Einrichtung1830—1842 an 142 Lehrlinge, davon 1842 ausgetreten waren 116. NachE. Andrö bezahlt ein Zögling in Hohenheim oiron 320 fl. rhn. —

Als besondere Ursachen des raschen Steigcns des Flores von Hohenheimsind uns erschienen: die richtige (ehemalige?) Stellung des Directoriums zumCentralausschusse des laudwirthschaftlichen Vereines, dessen Mitglied der Directorselbst ist, — die treffliche Einrichtung der Ackerbauschule, — die Trennungder Wirthschaftsrechnung von der vom Staate für die Schule besonders gehal-tenen Rechnung, — in der sichern und guten Stellung, aber auch den Frei-heiten und Rechten der Lehrer und ihres Konvents, der über Aufnahme oderZurückweisung der Zöglinge, Dispensatiou, Strafen, Anschaffungen von Unter-richtsmitteln, Büchern und Instrumenten rc. beschließt. — So wenigstens galtAlles bis zum Jahr 1843. Wie die Anstalt die ausgezeichnetsten Laudwirtheals Vorstände hatte, — so nach den bereits genannten noch Bolz, von Weck-herlin und Pabst —, so auch tüchtige Lehrer — Zenneck, Göritz.

Noch hat Württemberg neuerlich an verschiedenen Orten des LandesAckerbauschulen errichtet und, wie man hört, mit den schönsten Erfolgen.Hier ist vor Allem jene zu Ellwangen zu nennen, welche der ausgezeichneteWalz zur hohen Vollendung führt.