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Historisch-encyklopädischer Grundriss der Landwirthschaftslehre / von Dr. Fraas
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96
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S6

Die Laiidwirthschaft.

scheidet sich schon beim Erkalten ein Theil des Wachses aus, noch mehr nach demAbdampfen und dem Wasserzusatze. Nach weiter»! Abdampfen bleibt auch dasHarz zurück, dessen Geruch beim Verbrennen leicht seine Anwesenheit verräth.

Die nähren Bestandtheile, welche bis jetzt in der Ackererde gewöhnlichgefunden wurden, sind:

1) als Basen: Ammoniak, Kali, Natron, Kalkerde, Tatkerde, Thonerde,Mangauoxydul, Eisenoxyd und Eisenoxydul, Kupferoxyd;

2) als Säuren: Kieselsäure, Phosphorsäure, Schwefelsäure, Salpeter-säure, Kohlensäure, Humussäure und das Halogene Chlor;

3) als indifferente Stosse: Wasser, Pflanzcnüberreste, Humuskohleund Wachsharz.

Außer der Analyse der Ackererden ist auch die chemische Untersuchung derGetreidesamen, des Wassers, der Kartoffeln, der Runkelrüben rc. für denLandwirth besonders wichtig.

Getreidcsamen und vorzüglich Weizen wird auf die dem Landwirthe nöthig-sten Bestandtheile untersucht, indem man ein gewogenes Quantum gut austrocknetund dann wieder wiegt, um sein hygroskopisches Wasser zu erfahren. Hieraufwerden die Körner so lange in Wasser geweicht, bis sie sich leicht in einemMörser zerquetschen lassen. Letzteres geschieht und die geriebene Masse wirdnun in einem Tuche gut ausgewaschen, wobei die das Stärkmehl enthaltendeFlüssigkeit durch das Tuch geht, der Kleber und die Hülsen aber zurückbleiben.Bei weiterm Durchkneten des Klebers im Wasser läßt er dann die obenaufschwimmenden Hülsen fahren. Man trocknet und wägt dann beide. Aus demzuerst abgeflossenen Waschwasscr setzt sich bald alles Stärkmehl nieder und wirddurch Filtration gewonnen und bestimmt. Das Wasser enthält dann nur nochGummi, Zucker, Salze rc., was für den Landwirth ohne Bedeutung ist.

Bezüglich des Wassers braucht man vorerst nur zu wissen, ob es ein hartesoder weiches sei. Unter den vielen Mitteln dazu (unter andern auch Trübendesselben beim Kochen, Ansatz von Pfaunenstein, Hartkochen der Hülsenfrüchte)ist das einfachste, Seife in etwas starkem Branntwein unter Erwärmung auf-zulösen und davon in das zu untersuchende Wasser zu gießen. Hartes (nament-lich Kalk oder Talkcrde enthaltendes) Wasser wird davon sogleich und in starkenFlocken getrübt.

Viel Zusatz von starkem Weingeiste trübt ein gypshaltiges Wasser, Barytzeigt die Schwefelsäure an und Eisen,-wie Kupfer und Blei läßt sich durchBlutlaugensalze oder Schwefelwasserstoff finden «stehe oben.)

Kartoffeln zu analysiren, nimmt man eine gewogene Scheibe undtrocknet sie (bei oiron 70 ° R.) stark aus, wiegt wieder und bestimmt aus derDifferenz, die sich ergibt, den Wassergehalt.

Darauf zerreibt man ein gewogenes Quantum und wäscht es im Wasseraus, um das Stärkmehl zu gewinnen; die wiederholt aber nicht zu fein!gequetschten Fasern werden noch einmal ausgewaschen. Aus dem sämmtlichenWaschwasser fällt das Stärkmehl zu Boden, das leicht gesammelt, getrocknet unddurch Wägen bestimmt wird. Das Wasser enthält dann noch Gummi, Zucker,Eiweißstoff, Salze rc. Der Eiweißstoff gerinnt beim Sieden, Gummi undZucker bleiben beim Abdampfen zurück und Weingeist löst daraus den Zuckerallein auf und läßt das Gummi zurück.

Der Wassergehalt der Runkelrüben wird wie bei den Kartoffeln bestimmt.Doch ist hier vor Allem nur der Zuckergehalt zu wissen nöthig. Ein gewogenesRüben-Quantum wird entsaftet, der Saft mit Hefe gestellt und die vcrgohreneMasse abdestillirt. Der gesammelte Branntwein zeigt am Procentcn-Aräometer