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Die Landwirthschaft.
mengung von Natron, Kali, Kalk und Talk rc. nützen. Aehnlich diesen, dochnicht so günstig, wirken die Glimm er gest eine.
Ziemlich schnell verwittert der Grünstein, sonst die Hornblenden-Gesteine nur langsam, wie auch der Serpentin. Sehr verschieden nach seinerDichte verwittert der Basalt, doch aber ist kaum ein besserer Boden als der ausverwittertem Basalt entsteht, und wird dieß von Sprengel seinem großen Kalk-,Kali-, Natron- und Talkerdegehalte zugeschrieben. Leicht verwittert auch der D o-lerit und liefert ein fruchtbares Erdreich. Sehr schnell verwittert der Thon-schiefer, dessen Boden aber, wie jener des dichten Thonsteines, erst nachlanger Bearbeitung fruchtbar wird. Dichte oder gar krystallinische Kalksteinetrotzen der Verwitterung lange und ihr reines Prodnct ist sehr unfruchtbar, ebensodas der Kreide, wenn nicht Beimischungen zu Hilfe kommen. Günstiger ist schondas Prodnct des langsam verwitternden Dolomit's und am günstigsten jenes derMergelsteine, zumal wenn sie viele Beimengungen enthalten. Ziemlich un-fruchtbaren Boden liefern die schnell verwitternden und auflöslichcn Gypsfteine;ebenso die Eisensteine.
Die Erde hat seit der Zeit ihrer Entstehung bedeutende Veränderungen er-litten, welche erstlich in eine vorhistorische Periode fallen und als Documente >ihre Pflanzen- und Thierreste zunächst zeigen, dann aber auch bedeutende Aende-rungen in historischer Zeit, deren Dagcwescnsein durch das fortlaufende und zusam-menhängende der Beweise mehr übersehen als nachgewiesen wird. Bezüglich derAenderungen in vorhistorischer Zeit theilen die Geologen fünf Bildungsperiodenoder Epochen ab.
Die erste Epoche umfaßt die primitive Formation oder die der Ukgeb irge,die zweite jene der Flötzgebirge mit Ueberresten von Pflanzen- und Wasser-thieren lUebergangs- oder secundäre Formation), die dritte die Tertiär-Forma-tion (oder Flötzgebirge mit Ueberresten von Pflanzen und Landthieren), die vierteEpoche begreift die Diluvial-Formation und die fünfte das Alluvium.
Wenn man von der Dammerde in xonere, die sich durch Cultur bildet, ab-sieht , so besteht die Oberfläche der Erdrinde aus einer stark mit Humus vermengtenErde, die entweder erst durch Verwesung organischer Producte gebildet oder vonAnhöhen herabgeschwemmt und aufgeschwemmt ward, aus noch theilwcise unzer-setzten oder zersetzten Torfmooren, Moosen, aus Flug- oder Fluß- oder Meeressand,aus Gerölle des Diluviums, aus Lehm-, Mergel-, Sandstein- und Thonarten,aus Kreide und den Trümmern der Uebergangs- und Urformativn (vorzüglich denKalktrümmern.) - >
Durch mechanische Zertheilung oder durch Verwitterung der Felsmassen ent-stand nächst oben angegebener Dammerde die obere Schichte des Erdbodens, die,soweit Pflanzenwurzeln eindringen, Ackerkrume heißt. Was zunächst unter ihrliegt, heißt Untergrund. Die Ackerkrume kann aber nur gut erkannt werdendurch Erörterung der Eigenschaften ihrer einzelnen Bestandtheile, sowie deren Ge-menge in den Bodenarten, welche Eigenschaften theils chemische, theils physikalische(siehe oben) genannt werden. An diese Erörterung schließt sich dann jene über denabsolute» und relativen W erth des Bodens (in den Bonitirungs- Methoden) an.
Die Hauptbestandtheile des Bodens sind: Sand, Thon, kohlensaure Kalkerde,kohlensaure Bittererde, Eisenoxyd, Manganoxyd, Humus und Torf —; von denSalzen als Neben-Bestandtheilen ist schon bei der chemischen Analyse die Redegewesen.
Der Sand ist als mechanisch verkleinertes Mineral oder als Gebirgsart soverschieden wie diese selbst. Doch ist's nur vorzüglich der Quarz-, Kalk- undGlimmersand, der den Landwirth beschäftigt.