La»dw>rthschaft!iche Chemie.
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Der Hauptbestandtheil des Quarzsandes ist bei Weitem die Kieselsäure,die bekanntlich nur in der Flußsäure löslich ist. Der Quarz widersteht daher derVerwitterung sehr stark, gibt in Stücken am Stahle Funken, als Sand ist seinewafferfassende und wasserhaltende Kraft gering, ebenso seine Volumens-Minderungund seine Cohäfion beim Austrocknen, daher ist seine wärmehaltende Kraft groß.Aus der Luft zieht er keine Feuchtigkeit und wenig Sauerstoff an. Sein Vorhan-densein kann durch Schlemmen leicht ermittelt werden. Er bildet die trockenen,hitzigen und leichten (leicht bearbeitbaren) Boden.
'Dagegen ist der Kalkfand in Essig-, Salz- und Salpetersäuren leicht lös-lich, dabei seine Kohlensäure unter Brausen entweicht, auch verwittert er leichterund zieht mehr Sauerstoff und Feuchtigkeit aus der Lust an, wie der Quarzsand.Dieselben Eigenschaften, nur im höherm Grade, besitzt der fein vertheilte, Pulver-form i g e Kalk, dessen Konsistenz geringer, dessen wasserhaltende Kraft abergrößer als die des Thones ist.
Der T h o n ist ein pulverförmiges Mineral, dessen Eigenschaften verschiedensind. Er fühlt sich um so weicher und fetter an, je reiner er ist; mit mehr Sandvermischt, wird er magerer Thon, Ziegelthvn, Lehm, läßt sich mit Wasser zumTeig anmachen und formircn, und läßt dann das Wasser nur schwer fahren. Durchdas Brennen verliert der Thon die Eigenschaft, formbaren Teig zu bilden. Erfindet sich nicht allein über Thon- und Lehmlagern, sondern auch die meisten Ge-birgsarten (Granit, Gneis, Glimmerschiefer, Thonschiefer, Grünstein rc.) gebenbeim Verwittern eine thonige Krume, welche, mit humoscn Bestandtheilen vermischtund von den Höhen in die Niederungen geschwemmt, dort den fruchtbaren Marsch-boden bildet.
Der Thon hat im Allgemeinen unter den Erdarten die größte Cohäfion imtrockenen und die größte Adhäsion im nassen Zustande. Seine wafferfassende undwasserhaltende Kraft ist sehr bedeutend; ist er mit Wasser vollgesaugt, so widersetzter sich dem Eindringen des folgenden; er erwärmt sich langsamer als der Sand,hält auch die Wärme lange an, zieht viel Feuchtigkeit und Sauerstoff aus der Luftan und mindert beim Austrocknen sein Volumen bedeutend. Er ist die Ursache derBindigkeit des Bodens und für die Vegetation von ganz besonderer Bedeutung.
Ein 20 — 70 Procent Kalk enthaltender Boden heißt Mergel: — darüberaber Kalkboden.
Der Mergel ist ein Mineral, welches aus kohlensaurem Kalk, Thon undSand in verschiedenen Verhältnissen besteht, und in welchem sich Thon undSand so vermengt befinden, daß sie selbst mit dem Mikroskop nicht unterschiedenwerden können.
Diese Mengnngs-Verhältnisse sind nun verschieden und begründen die Ein-theilung des Mergels in Thonmergel, wenn der Thon mehr als die Hälfte —bis zu ^— ausmacht, in Kalkmergel, wenn der Kalk bis zu Vz ausmacht;mergeliger Thon, wenn noch mehr Thon, oder thoniger Kalk, wenn nochmehr Kalk'vorhanden ist. Gemäß seiner Zusammensetzung läßt sich auch erwarten,daß der Mergel verschiedene Eigenschaften je nach dem Vorwalten seiner Bestand-theile zeige. Es kommen ihm somit die Eigenschaften des Sandes, Thones undKalkes zusammen zu, und da sich dabei die schädlichen Extreme derselben ermäßigen,so begreift sich dadurch die große Wirkung desselben auf die Vegetation.
Je nachdem nun einer der genannten Boden-Bestandtheile in irgendeiner Krume vorherrscht, erhält man als Bodenarten: 1) den Thonboden mit demLehmboden, 2) den Sandboden, 3) den Kalk- und Mergelboden und endlich, nachder Zumischung verwester organischer Reste, 4) Humusboden.
'Thonböden wird derjenige genannt, der über 50 Procent Thon enthält.