104 Die Landwirthschast.
pflanzen, der Esparsette, des gemeinen Rothklee's und der Lucerne angenommen inder Art, daß er unterscheidet:
1) Lucerneboden I- Klasse.
2) Lucerneboden II „
3) Rothkleeboden I „
4) Lucerneboden III. „
5) Rothkleeboden II. „
6) Esparsetteboden I. „
7) Rothkleeboden III. „
8) Esparsetteboden II. „
9) Esparsetteboden III. „
Als Grundlage sür diese Eintheilung stellt er folgende Erfahrungssätze auf:Der angeschlämmte Boden der Niederungen und Flußthäler mit tiefer Krume undartbarer Unterlage entwickelt im Allgemeinen die größte Productivität; — er istLucerneboden vorzugsweise.
Der durch Verwitterung der vulkanischen und Urgebirge entstandene Lehm-boden ist bei gehöriger Tiefe und Lage der nächst beste; — ein ausgezeichneterKleeboden.
An diesen schließt sich der Thonboden des aufgeschwemmten Hügellandes an.
Zunächst darauf folgen jene Bodenarten, die über Kreidcngebirge lagern,aus deren Berwitterungsproduct größtentheils sie bestehen und bei seichter Krumenur den Anbau der Esparsette vorzüglich gestatten.
Aus der niedersten Stufe der Productivität stehen der Quarz-Sandboden undder Humusboden der ausgetrockneten Moore, die wegen Mangel des Zusammen-hanges und der wasserhältenden Kraft keine der oben genannten Futterpflanzenhervorbringen.
Landwirthfchaftliche Klimatologie.
SeitWahlenberg,Al.v.Humboldt und Shouw, neuerlich nochKämptz,Dove und andere große Männer sich das Studium des Klima's und zunächst desphysikalischen in Bezug auf die organische Natur und Pflanzenwelt insbesondereangelegen sein ließen, hat man auch von daher die wichtigsten Hilfslehren für dieLandwirthschast erhalten. Wir selbst haben versucht, nach dem Sinne MoreaudeIonnes zunächst, die Bedeutung des physikalischen Klima's, insbesondere aberseine Abänderung in der Zeit und die daraus hervorgehenden wichtigen Erschei-nungen für landwirthfchaftliche Praxis hervorzuheben und der landwirthschastlichenApplication an die Hand zu geben.
Wärme und Feuchtigkeit sind die Hauptfactoren des physikalischenKlima's und ihr Einfluß auf Menge und Beschaffenheit der zu erzeugendenPflanzen ist sehr verschieden. Als Axiome können in dieser Beziehung gelten:
1) Alle Pflanzen bedürfen zu ihrer Entwickelung einen bestimmten Grad vonFeuchtigkeit und Wärme;
2) je größer die Wärme und ein entsprechender Grad von Feuchtigkeit ineinem Lande ist, und je länger und gleichförmiger die Wärme undFeuchtigkeit wirken, je länger und gleichförmiger sie in einem Lande an-dauern , desto mehr und edlere Pflanzen und in desto größerer Quantitätkönnen gezogen werden;
3) Wärme ohne Feuchtigkeit oder Feuchtigkeit ohne Wärme begünstigen dieVegetation nicht.
Der Wechsel der Jahreswärme zu verschiedenen Jahres- und Tageszeiten