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Historisch-encyklopädischer Grundriss der Landwirthschaftslehre / von Dr. Fraas
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Landwirthschaftliche Klimatologie.

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Physikalischen Klima's und für die Vegetation von größter Wichtigkeit. Siewird den Pflanzen entweder als Regen oder Thau, oder dunstförmig (Dampfund Dunst) mitgetheilt. Namentlich ist auch letztere Form der Mittheilung vonsehr großer Wichtigkeit und hängt ab 1) von der Temperatur; 2) von derGröße der verdunstenden Oberfläche und 3) von den Bewegungen in der Atmo-sphäre, wodurch der gebildete Wasscrdamps nach verschiedenen Richtungen hinge-tragen wird. Kein anderer Constituent des physikalischen Klima's ist so großenAenderungen in der Zeit unterworfen, als der Feuchtigkeitszustand der Lust.Deßhalb auch sind diese Aenderungen für die landwirthschaftliche Production vonso entschiedenem Einflüsse. Man hat nachgewiesen, daß nächst der Wärme-zunahme vorzüglich auch Trockcnheitszunahme in der atmosphärischen Luft seitJahrtausenden in den Ländern der ältesten Civilisation immer mehr vorschreite,daß dieß Factum die Erscheinungen des schwieriger werdenden Anbaues von Klee,Lein, Laubbäumen und atmosphärische Feuchtigkeit verlangenden Pflanzen erkläre,daß die zugleich häufiger auftretenden Witterungs-Extreme den Anbau vielerKulturpflanzen immer mehr erschweren, ja seuchcnartige Krankheiten selbst unterihnen hervorrufen (Kartoffelrost).

Aus die Feuchtigkeit und Regenmenge eines Ortes haben aber folgendeUmstände vorzüglichen Einfluß:

1) Die Ausdehnung größerer Wasserflächen, der Meere, Seen und Flüsse,selbst Sümpfe und Moore, welche beständig Wasser verdunsten undzwar im Verhältnisse znr herrschenden Temperatur;

2) nach den Wasserflächen verdunstet aus deu Wäldern am meisten Wasser,da sie von demselben am meisten enthalten, noch mehr ist dieß mit Ge-birgswaldungen der Fall, welche aber mehr wirken durch Aufhalten vonWolken, die sie in sich verdichten und durch Nährung von Quellen, inwelch' letzter Beziehung sie von größter Wichtigkeit sind;

3) auch Winde führen Feuchtigkeit zu, je nachdem sie von feuchten Ortenherweheu, und bringen selbst Regcnwasser unter gegebenen Bedingungen(siehe oben).

Bei gleicher geographischer Lage haben Niederungen und Küstenländer vonEuropa ein feuchtes Klima mit kühlem Sommer und gemäßigtem Winter; ihnenschließen sich an die größeren Flußthäler und Seeländereien des Binnenlandes;am variabelsten ist das Klima auf Hochgebirgsebenen und sein Charakter sehrungünstig. Dieser nimmt zu in den Hochgcbirgsmassen. Nebel, Thau, Regen rc.treten um so häufiger aus, je mehr die Abhänge bewaldet und den herrschendenWestwinden ausgesetzt sind.

Mit Rücksicht auf die Breite, also auf die mittlere Temperatur einesDrtes. haben die Culturpflanzen folgende geographische Verbreitung (Hlubek):

d. Br. gedeihen: Kaffee, Zuckerrohr, Pfeffer, Baumwolle,Indigo, Agrumen, Feigen, Oliven undNeuseeländer Flachs.

Kastanien,

Mais und Weinstock,

Tabak,

Weizen, die meisten Laub- und Nadelhölzer,

Birnen und Maulbeerbäume,

Kirschen,

Aepfel und Pflaumen,

Roggen und Hafer, Nadel- und Laubbäume nurkümmerlich.

bis

zum

45°

d.

Br.

11

47°

11

11

,1

50°

,1

11

11

11

58°

11

11

11

60°

11

11

11

11

62°

,1

11

11

11

63°

11

11

11

11

63'//

11

11

11

11

67°

11

11