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Historisch-encyklopädischer Grundriss der Landwirthschaftslehre / von Dr. Fraas
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Die Landwirthschaft.

45-47'

unterm 4547" n.Br.

bis zum 71° d.Br.: Gerste, Kartoffeln, Rüben, Kohlarten, Birken,Erlen, Pappeln, Weiden und Rennthiermoos.

Dabei nun steigen unterm 23° nördl. Br. der Mais bis zu 8680' (Par.).

40° die Cerealien bis 8000' (nicht

in Südeuropa).

' 6000' in Frankreich;

4000' in Tyrol und der Schweiz;1700' in der Schweiz: der Weinstock;2600' Mais;

2700' Wintergetreide;

3000' Obstbäume

überrheinisch;

4000' Laubhölzer;

5000' die Birke;

bis 5500' Nadelhölzer;

50007000' d. Alpenstrauch-

region;

Alpenwaide-

region;

70008000' die Krummholz-

region und zu-gleich d. Schnee-grenze !

Von besonderem Interesse find in neuerer Zeit auch noch die Bestandtheileder atmosphärischen Lust bezüglich der Pflanzenernährung geworden. Die Kon-stanz der Mischungsverhältnisse, namentlich des Sauerstoffes und Stickstoffes istzwar ein ständiger Lehrsatz in den davon handelnden Schriften geworden,allein die bedeutenden Vorgänge in der Natur, welche dieses Verhältniß ändernmüssen, sowie die wirkliche Vergleichung der gefundenen Resultate bei Ver-suchen zeigen in der That, daß jene Konstanz genau wenigstens nicht so sehrvorhanden ist, als man annimmt. Selbst von dem Kohlensäuregehalte der atmo-sphärischen Lust wollte man ja eine Ständigkeit behaupten. Indessen ist dieVariation des Gehaltes davon für die atmosphärische Lust wirklich sehr bedeu-tend und würde es selbst noch viel mehr sein, stünden uns Vergleiche über ihrVerhältniß zur Lust in der Zeit zu Gebote.

Die Lust soll 0,057 bis 0,031 Gewichtstheile <v. Sauffure) Kohlensäure ent-45

halten, oder ^stgOO ^^mmutheile nach Unger. Bei trockenem Boden und Frö-sten, bei Winden, in der höhern Region, in der Nacht und im Sommer ist derGehalt größer, sonst aber, sowie über Wasserspiegeln, geringer.

Es ist erwiesen, daß das Quantum Kohlensäure in der Lust hinreicht, allenKohlenstoff zu liefern, den die Gewächse für sich brauchen. Dennoch aber ist keines-falls erwiesen, daß die Pflanzen auch diesen Kohlenstoff von der Kohlensäure derAtmosphäre beziehen. Wenn nämlich die Kohlensäure der Lust in die Pflanzen zu-nächst durch das Regenwasser kommt, welches jene aufnimmt, sohatHlub ek nachge-wiesen, daß dadurch aus 1 Joch östreichischen Ackermaßes nur 4 T Kohlenstoffkommen, also der 475ste Theil des wirklichen Bedarfes, wie ihn die durchschnittlicheErnte nöthig erscheinen läßt.

Noch viel weniger ist der in neuester Zeit von den Chemikern selbst so ungewißhingestellte Satz von der-Absorption des Stickstoffes aus der Atmosphäre von denPflanzen nachgewiesen und die Urquelle der Mittheilung für sie imBoden verworfen.