Düngerlehrc.
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Einiger Meteore ist noch von uns zu gedenken, deren wichtiger Einfluß vonden Landwirthen durchweg zugestanden und erkannt ist. Von dem Wasser in derAtmosphäre ist zwar schon im Allgemeinen gesprochen worden, doch noch nicht imBesondern vom Nebel, Thau, Regen, Schne e (Reif) und Hagel.
Wie sehr der Feuchtigkeitszustand der Atmosphäre überhaupt schwanke, wardhon uns schon oben angegeben, — ihr Gehalt schwankt zwischen 0,003 bis 0,017— und ist im Mittel V,o» vom Gewichte der ganzen Atmosphäre.
Werden die Dünste der Atmosphäre condensirt und sammeln sie sich in kleinenTropfen, so heißt dieß Thau, und — gefroren — Reif. Die Thaubildung magin der Abkühlung der Erde durch Wärmeausstrahlung begründet sein.
Der Nebel oder der erste Grad der Condenjation der Dämpfe in der Lustbesteht aus sehr kleinen, wohl meist hohlen Bläschen. Als Ursache der Nebelbil-dung gibt man an: eine feuchte Oberfläche unserer Erde bei einer Differenz zwischender Temperatur der Oberfläche und der Luft, und eine völlige Sättigung der Luftmit Wafferdämpfeu.
Nebel, der sich in der Luft erhebt, wird dort zur Wolke. Ziehende Wolkenals Wetterankündigungcn sind von B. Steward zuerst angegeben worden und in^ die meisten darüber handelnden Schriften übergegangen.
Aus der Wolke dringt der Regen in einem durchschnittlichen, jährlichenQuantum von 33" Höhe fürEuropa. NachKämptz beträgt die Regenmenge in denverschiedenen Jahreszeiten 18,2 pCt. im Winter,
21,6 „ „ Frühling,
37.1 „ „ Sommer,
23.2 „ „ Herbst.
Für Deutschland nimmt man durchschnittlich 2' Höhe jährlichen Niederschlagesan (auf 1 östreichisches Joch 6,451,200 K Wasser). Die dem Regenwasser beige-mengten anorganischen Bestandtheile betragen 0,00025 Gewichtstheile, nach B r ari-de s, wenn das Gewicht des destillirten Wassers — 1 gesetzt wird. Es fallen somitauf ein Joch per Jahr 22 T unorganische Substanzen, nach Beitels freilich garj 430 fü!! Die Zahl der Regentage beläuft sich im Durchschnitte von England, Frank-reich und Deutschland auf 150.
! Ist der fallende Regen gefroren in Gestalt von Flocken, so heißt er Schnee,
wenn aber rund, oder birnförmig und compacter, dann H ag el. Lockerer Schneeist immer ein schlechter Wärmeleiter und schützt sehr vor Kälte und eine 10" mächtigeSchneedecke hebt jeden Wechsel zwischen der Temperatur des Bodens und der Luft auf.
Schnee, der eine Kruste bekommt, erzeugt eine viel niederere Temperatur imBoden und bewirkt zunächst Auswintern der Saaten.
Der Einfluß der Elektricität auf das Pflanzcnwachsthum ist gewiß ein nicht§ unbedeutender, wie wir schon aus der Erfahrung, daß gewitterreiche, doch mit nichtzu starkem Auftreten der Extreme der Temperatur verbundene Jahre fruchtbarererscheinen, als gewitterarme, ersehen. Auch der starke Einfluß der Gewitter aufdas Blühen des Buchweizens und das Ansetzen der Hopsendolden ist eine unbestreit-bare Erfahrung praktischer Laudwirthe.
Düngevlehre.
Wenn auch ein Boden alle nöthigen Pflanzen-Ernährungsstoffe im besten Ver-hältnisse besitzen würde, so wäre dennoch seine Productivität noch erst von der wet-tern Bearbeitung desselben abhängig. Dieses sowohl, wie die immer mehr sich er-