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Die Sandwirthschast.
Dinge. Der Mist soll nicht höher als 4 Fuß aufgeschichtet werden, auch nicht vielniederer. Um das Verflüchtigen der Gase zu hindern und die Gährung mehr zumäßigen und zu regeln überhaupt, mengt man die Ercremcnte verschiedenerThiere z. B. die schnellgährenden der Schafe und Pferde mit jenen des Rind-viehes und der Schweine, man setzt langsam oder schnell verfaulende Streu zu,tritt den Hausen fest oder erhöht ihn, setzt Wasser (oder Gülle) in der Trocken-heit zn und bedeckt ihn mit Erde, Gyps, Mergel, gebranntem Thon, selbstKochsalz, aber mit keinen schnell zersetzenden, ätzenden Alkalien! Zusatz vonschwefelsaurem Kalk (Gyps) und Vitriol zur Gülle!
Schon in uralter Zeit war Mischdünger-Bereitung (Kompost) bekannt undgeübt, aber eine genauere Einsicht und rationell haltbare Regeln über das rechteVerfahren dabei verdanken wir erst der neuern Zeit. Insbesondere drei Klassenvon verschiedenen Substanzen kommen dabei in Anwendung, gährende, zumeistschwer gährende Körper (Torf, Moder, Holzabfälle, Sägspäne, Gerberlohe re.);dann Kompost-Unterlagen (Ackererde, Sand, Thon, Kalk, Mergel, Teichschlamm rc.)und endlich die Gährung oder Zersetzung befördernde Mittel (Aetzkalk, Asche,gebrannter Mergel).
Als besondere neuere Komposte, deren Wirksamkeit wohl allzu marktschreie-risch gepriesen, aber deßwegen doch nicht zu läugnen, wenn gleich lange nichtden Stallmist ersetzend, sind zn betrachten: Jauffret's Dungsalz, der Düngervon Nübanshofer und Rainprechter, das Dnngpulver Gyrandy's,Telnar's und Chaptal's Kompost, Liebig's Patentdünger und Dän-dlikcr's künstliche Gülle.
Daß man die mineralischen Stoffe, welche sich in den Pflanzen finden,früher als Producte der Lebenskraft dieser selbst oft angesehen hat, und nochjetzt theilweise diese Meinung theilt, daß man später die Wirkung mineralischerStoffe auf die Pflanzen mit jenen ähnlichen Stoffen bei den Thieren analogund sie für Gewürze oder Reizmittel der Ernährungs-Organe erklärte, kannals bekannt vorausgesetzt werden und wir fügen nur bei, daß nach dem gegen-wärtigen Stande unserer Erfahrung mehrere mineralische Körper gewiß nöthigePflanzen-Nahrungsstoffe sind, sich jedoch substituiren lassen, daß sie aber keines-wegcs die alleinige Pflanzen-Nahrung ausmachen, wie eine grundlose Spe-culation glauben machen wollte. Ja so wenig sind sie im Stande, allein allejene Einflüsse der klimatischen Konstituenten zu vermitteln und selbst die gasför-migen nnd fixen Pflanzen-Nahrungsstoffe zu ersetzen, daß sie wohl sehr kräftigeHilfsmittel der gewöhnlichen organischen Dünger-Materialien sind, für sich an-gewendet aber in einem an organischen Resten armen Boden, zumal in dernördlichen gemäßigten Zone der Erde, nur eine sehr schwache Wirkung äußern.
Unter den Elementarstoffen dieser Körper ist zwar der Kohle und deSSchwefels, dann der Schwefelsäure, Kohlen- und Salpetersäure Erwähnunggethan, allein die Praxis hat bis jetzt mit dergleichen noch sehr wenig zu thungehabt und man würde in's endlos Weite gerathen, wollte man überhaupt hierAlles anführen, was als Dünger gebraucht werden kann, weil es wahr-scheinlich Pflanzen-Nahrung ist. Wirklich aber in Anwendung zieht manKalk für sich und in seinen Verbindungen, Kochsalz, Asche, Thon und Mergel,kohlige Substanzen und den Urquell vegetabilischen Lebens — das Wäger.
Das Kochsalz ward schon von den Griechen als Düngungsmittel fürPalmen angewandt, kam aber erst 1748 durch den Engländer Brownrigg rechtin Anregung, wie denn überhaupt England, das wohlfeiles Seesalz erhält,diesen Gegenstand in besondere Ausbildung nahm. Das Kochsalz schützt vorJnsecten und zerstört schädliche Würmer und Thiere überhaupt, selbst Unkraut,