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Die Limdwirthschaft.
Vertheiluug und Unterbringung das Keimen sicherer erfolge, Samen erspartwürde und eine Bearbeitung während der Vegetation selbst möglich sei. Aberes muß dagegen auch anerkannt werden, daß ihre Anschaffung und Aufbewah-rung kostspielig ist, daß sie nur bei ebener Lage und gut verkrümeltem, strom-losem Boden anwendbar sind, nur eine halbgeregelte Reihensaat bei größeremZeit- und Kraftaufwand erwirken. Alle Nachtheile aber verschwinden weit beider Cultur von Brachfrüchten, die während ihrer Vegetation bearbeitet werdenmüssen. Hlubek theilt die Säemaschinen ein Itens in Walzeu-Säemaschinen odertröpfelnde, 2tens in schöpfende, 3tcns in schüttelnde, 4tens in kapselartige.Außer der Fellenberg'schen ist unter der ersten Klasse noch zu bemerken die vonDuket, Thaer, Ugazy, Keene, der Burger'sche Mais- oder Bohnen-driller, der Crespel'sche und Burger'sche Runkelrübendriller. Zu den schüt-telnden gehört der Axter'sche Säepflug und die Maschine von Hones. Zuden kapselartigen der Williamson'sche Nübsendriller, die Schönleutner'-sche Klec-Säewalze, die von Mourque rc.
Auch während der Vegetation werden die Pflanzen bearbeitet, öftermit Dünger (mineralischem zumeist) versehen, dann gelockert, das Unkraut zer- ^stört und dann noch gehäufelt. Alle diese Arbeiten finden sich schon bei den ^Römern, wie wir gesehen haben und gelangten bei uns erst seit dem siegreichenKampfe des endenden 18. und anfangenden 19. Jahrhunderts gegen die leereBrache zu Würde und Ansehen, ja sie bilden den wesentlichsten Fortschritt derLandwirthschaft neuester Zeit. Der Schäufel- und Häufelpflug — oder diesogenannten Thaer'schen Brachwerkzeuge—sind das passendste Symbol für denAnsang unserer landwirthschastlichcn Emancipation in deutschen Landen.
Der Schäufelpflug hat die Aufgabe, die Zwischenräume der angebau-ten Reihen zu lockern und das Unkraut zu zerstören. Ein Mensch und einPferd können mit geringer Mühe 4 Morgen in einem Tage bearbeiten. Ihm folgtder Häufelpflug, um mit Einem Zuge die gelockerte Erde an die Saatreihen an-zustreichen. Nicht in allen Fällen aber ist das Behäufeln geradezu förderndfür Pflanzen-Gedeihcn.
Einen andern, in neuerer Zeit nicht wenig ausgebildeten Theil der allge-meinen Lehre vom Pflanzenbaue macht die Lehre von der Ernte aus. Jahr- !Hunderte lang verließ man sich Hiebei lediglich auf das Ungefähr der Witterung, ^welchem alles Glück des Landmannes, das er ein ganzes Jahr lang sich vor-bereitete, geradezu in letzter Instanz noch ganz überlassen blieb. Leider sindes aber noch wenige Punkte, auf denen, als praktisch bewährten Wehrmittcln,im Unglückssalle die Geschichte landwirthschaftiicher Production ruhen kaun!
Freilich sind wir nicht arm an Projecten an, in die Luft schleudernden, Kartos-felhebernvonLeCouteur oder denWittmann'schenKartoffelhebern, an Bald-wing'scheu und Smith'schen (1811) Erntemaschinen, an Heuernte-, Heusamm-lungs-Maschinen, endlich überaus fruchtbar an Dreschmaschinen, an Getreide-wasch- und Trockenmaschinen von Meaupeau und Thore, an Getrcidethürmenund Putzmühlen — aber des Bewährten und für die gemeine Praxis auchBrauchbaren ist dennoch nur Weniges!
Wie sehr doch verdient diese Doctrin den Scharfsinn der Theoretiker undwie sehr verspricht gerade sie lohnenden Fortschritt!
Was zunächst die Ernte der wichtigsten Culturpflanzen oder der Cerealienbetrifft, so unterscheidet man dabei das Abnehmen vom Boden, das Trocknendes Gewonnenen, das Einlegen in die Scheune oder Feimen, das Dreschenund Reinigen der Körner.
Am Vollkommensten geschieht die Abnahme mit der Sichel, am Schnellsten