Allgemeine Pflanzen-Cultur.
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mit der Sense und noch schneller mit dem Siget (der flandrischen Sense) undder Erntemaschine. Von den letzteren, bei den Alten üblich, war schon dieRede und der neueren ward eben gedacht, aber alle haben keinen Bestand in derPraxis behalten.
Trocknen und Trocken erhalten find vorzügliche der Aufmerksamkeitwürdige Punkte. Man erwirkt es durch Ertheilung größtmöglicher Oberfläche,häufiges Wenden und Abhalten aller Feuchtigkeit durch Thau oder Regen.Auges und Salmon (1800) haben Heuwcnde-Maschinen zwar angegeben,aber es gibt Dinge, die eben nicht, trotz allem Eifer der Erfinder, entsprechenwollen. Zum Trockenerhalten zeigt sich am Besten die allenthalben eingeführteMethode des Ausmandelns, daß die unteren Garbcnenden am Boden, dieAehrenenden aber in der Höhe von einer andern Garbe völlig bedeckt sind.Man nennt sie Cerutt'sche Mandel (Hlubek).
Ueberfenchtes Klima, zumal in Gebirgsländern, mit häufigem Wechsel derWitternngs-Extreme, heischt aber auch noch andere Hilfsmittel, völliges Trocknenoder Erhaltung des Feuchten zu erwirken. Dahin gehören die Hüfeln oderStiefeln, Trockengeländcr oder Harfen, Scheunen mit Luftzügen in durchbro-chenen Wänden und weit hervorstehenden Dächern im trockenen Süden, end-lich die Klapmeier'sche*), die russische und die Aelpler-Methode. Davonindessen mehr beim Wiesenbau. Die trockene Ernte wird in eigenen dazueingerichteten Gebäuden (Scheunen), auf Böden, in Feimen oder bloßen Hau-fen und Mieten (mita) aufbewahrt. Sinclair construirte eine der bestenFeimen mit Boden, Säule, Strohdach, Rolle und Schnur und Schmerzgibt mit Hülfe von zwei Leitern eine sehr praktische Methode zur Aufbewah-rung von Wurzeln und Knollen an (1839).
Das Ausdreschen des Getreides mit Ruthen oder Stecken wird in derheiligen Schrift zwar erwähnt, aber sonst ward doch, im ganzen Alterthume das-selbe durch Austreten durch Menschen oder Thiere, endlich durch Dreschschlit-teu — den Urtvpns der Dreschmaschinen — bewirkt. Erst bei den Celtenund Germanen geschah es mit dem Flegel (eum lluAello), während sich beislavischen Völkern das Austreten durch Thiere und selbst Menschen vorzüglich
Der ersten Dreschmühle, die v. Amboten 1670 zu Paddern in Kur-land aufstellte, erwähnt Krünitz (IX. p. 521 2te Aufl.). Eine verbessertewird 1700 im Brannschweigischen angelegt und 1726 eine Dreschmaschine vonDr. Weygand in Sachsen, 1735 eine vonDu Quet in Frankreich, vonTro-zelius eine 1741 in Schweden und von nun an sehr viele in Deutschlandund England, selbst Spanien's patriotische Gesellschaft bot um 1766 einegoldene Medaille zu 1000 Realen aus die leichteste und wohlfeilste Methode,Getreide auszudrescheu.
Mit vielem Grunde theilt man alle Dreschmaschinen jetzt in vier Abthei-lungen, wovon die erste Abtheilung alle jene umfaßt, welche in Form vonWalzen über das Getreide bloß h'inbcwegt werden, also dem Dreschschlittender Alten am Aehnlichsten sind. Dahin gehören die kurländischen Dreschwalzenwit Längsriefen, die von Silberschlag, Bayer und Daminger (1813).
Indem man die Walzen übereinander stellte und die hervorstehenden Rie-fen in einander greifen ließ, bei schnellstem Umschwünge ohne Platzänderung derMaschine selbst, näherte man sich in der zweiten Abtheilung der Aufgabe amMeisten. Eine noch ferner angebrachte Trommel schlug das noch nicht völlig
*) Vsm Kleebau rc. von Klapmeier, Leipzig, 1797.Neue Encyklopädie. Band I. Nro. 2.
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