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Historisch-encyklopädischer Grundriss der Landwirthschaftslehre / von Dr. Fraas
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Die Landwirthschast.

Entkörnte nach dem Durchgänge durch die Walzen gar heraus. So entstanddie schottische Dreschmaschine, zunächst durch Meikle verbessert 1785,der zuerst die Trommel mit Leisten anbrachte, und sie mit zwei Pserden undauch schon mit Wasser treiben ließ (Weir^s, Lester's, Forest os Shif-nal's Maschinen). Dazu brachte Owen in Schweden ein Göpetwerk, Win-ter ein Gewicht zur Regulirung des Walzendruckes und endlich schaffte JohnSeidl die gerieften Walzen ganz ab, und ertheilte der Trommel eine Geschwin-digkeit von 10001200 Umdrehungen in einer Minute. Auch Leite nbergerhat neuerlich die Dreschmaschine bedeutend verbessert und beide Maschinen, er-freuen sich jetzt größten Ansehens. Am Nettesten mit und originellern Ursprun-ges sind jene Maschinen der dritten Abtheilung, welche Dreschflegel durchandere als Menschenkraft in Bewegung zu setzen strebten. Die meisten jeneralten Dreschmuhlen (siehe oben) wirkten so, und noch neuerlich sind sie, wie dieDreschstampfeu mit beweglicher oder stabiler Dreschtenne, in vielen Gegendenim Gebrauch (Bleibnrger oder kärnthner Dreschstampfe, die von D almaes undvr. Steker (1825), Haspeldreschmaschine. Eine andere Art Dreschmaschinenbewegen sich ähnlich der Mahlmühle, sind aber nie in weitere Kreise ge-kommen.

Mariot's Maisentkörnungsmaschine (1826) verbessert von Gardner,verdient besondere Erwähnung.

Zum Reinigen des Getreides diente seit je Worfeln im oder gegenden Wind und Sieben; die Siebe, auf Stellagen gebracht, gaben wohl Veranlas-sung zur Coustruction der Pntzmühle, um welche Meikle und Weir sichviel Verdienst erwarben; schon in der Leipziger Sammlung von der Mitte des18. Jahrhunderts findet sich eine Putzmühle mit 2 Windflügeln und eine pfäl-zische, die 1796 in Sachsen eingeführt ward. Die von Winstrup behauptetden Rang vor Allen. Meaupeau's Getreide-, Wasch - und Trockenapparat,verbessert von Thorö, ist selten zu brauchen.

Auch das Aufbewahren des Getreides für längere Zeit, der Schutz des-selben gegen Feuchtigkeit, Kornwürmer und Mäuse, hat die Fürsorge denken-der Landwirthe bedeutend in Anspruch genommen und Trocknen derselben beikünstlicher Feuerung, Aufbewahren in den Spelzen, oder in hohlen Cylindernund Thürmen (brenior nwdils ä(! Valler)', 1841) endlich in Silo's, Kellern undGruben ward wiederholt vorgeschlagen. Bessere Einrichtungen der gewöhnlichenBöden werden alle Vorschläge ersetzen.

Pflanzeir-Pathologie

Ehe wir nun zum besondern Theile der Pflanzen-Cultur übergehen, scheintes uns doch noch angemessen von den häufigst herrschenden Krankheiten derCultur-Pflanzen und der Ccrealien insbesondere zu sprechen und mindestensihre allgemeine ätiologisch-pathologische Seite aufzugreifen, den speciell thera- ^peutischen Theil aber, als allzu unsicher, noch aus der Entwickelung lassend. ,

Die häufigsten Krankheiten der Getreidearten sind Brand, Rost, Honig-oder Mehlthau und Mutterkorn.

Flug- oder Staubbrand, Stein- oder Schmierbrand beide befallenvorzugsweise nur gewisse Pflanzenarten. So der Flugbrand den Hafer, jWeizen und Gerste; der Steinbrand den Weizen und Dinkel. Daß die pulver-und bläschenförmige Masse des Brandes aus Pilzen bestehe, die auf denPflanzentheileu vorzüglich wuchern und, einmal entstanden, die nächsten organi-schen Theile erkranken machen, daß er auf kranken Theilen sich nur um so