134 Die Landwirthschaft.
Zellen Drüsen, wenn sie zur Absonderung oder Aufbewahrung besondererStoffe dienen.
Sehr wichtig für das Bestehen und den Wachsthum der Zelle ist ihr Inhalt.Dieser ist Wasser, und die darin gelösten organischen und anorganischen Ver-bindungen, nebst Amylmn, Jnulin, Chlorophyll, Zellkern, fette und flüchtigeOele, Harze, Wachs rc., Krystalle. Melassen sich in stickstofffreie, stickstoff-haltige oder wieder in differente und indifferente eintheilen.
Der Zellsast ist eine meist wasserhelle, mehr oder weniger consistente Flüssig-keit, die verschiedene Stoffe aufgelöst enthält, und aus der sich während desWachsthumes der Pflanze fortwährend unlösliche Verbindungen bilden undausscheiden, die entweder, wie die primäre Zellhaut, als seine Umgrenzungerscheinen, oder als secundäre Zellhaut auf dieselben angelagert werden und mitihr mehr oder weniger zu einem Ganzen verschmelzen, anderseits im Safte freiherumschwimmen, sich an die Zellwand anlegen, oder endlich wohl gar über die !äußerste Grenze hinaus unter verschiedener Form und Beschaffenheit ausge-schieden werden (Uuger). j
Besonders wichtig als Träger der Stickstoff- (Protein-) Verbindung erscheint ^der Zellkern oder das Zellblsschcn (L^toblnsins), der als ein Bläschen miteiner sehr zarten Membran wieder andere Kernkörperchen enthält.
Kohlenstoff, Wasserstoff, Sauerstoff und Stickstoff sind nebst wenig Chlor,Schwefel, Phosphor, Jod, Brom, Fluor, Silicium, Kalium, Natrium, Calcium,Magnium, Eisen und Mangan die Elemente der Pflanzen. Entstehung undVermehrung sind die beiden allgemeinsten Formen der Zellbildung. Au derZellbildung durch Vermehrung nimmt entweder die Zellhaut durch Sprossen,Einstülpung und Bildung von Scheidewänden, oder der Zellinhalt durchBildung von Mutterzellen aus dem Zellkerne, oder endlich die Jntercellular-Substanz Antheil.
Zu den Gefäßen gehören die Spiral-Gefäße, Milch-Gefäße und eigenenGesäße, Alle verbinden sich zu Gefäß-Bündeln, die, wie die Oberhaut unddas Parenchyrna, ein zusammenhängendes Ganzes bilden, welches man Gesäß-bündel-System nennt, und von dessen Entwickelungsart und Anordnung seinereinzelnen Theile die Hauptformen der Pflanzen und ihrer einzelnen Theile ab- ^hängen.
Wichtiger als die Anatomie ist für den rationellen Landwirth die Lehrevon den Thätigkeits-Erscheinungen der lebenden Pflanze und ihrer Ursachen,oder die Pflanzen-Physiologie. Indessen würde uns ein tiefes Eingehen in ihredunkle Lehre zu weit von unserm Zwecke abführen und es genügt wohl, die iLehre vom Keimen, vom Wachsthume und der Ernährung der Pflanzen so weit ^zu erörtern, als sie für uns nöthig ist. ^
Auf zwei Wegen bieten sich die Pflanzen-Nahrungsmittel dar, durch Idie Luft und die Erde; aus der erstem nehmen grüne Pflanzentheile undvorzüglich Blätter, aus der andern die Wurzeln Nahrungsstoffe aus. Diesesind somit gasförmig, wie Sauerstoff, Kohlensäure, Wasserdunst, wohl auch ^Phosphor und Schwefelwasserstoff-Gas — ob Stickstoff? — oder in Wasser !gelöst, flüssig, wie also Wasser selbst, Kohlensäure, Stickstoff-Verbindungen lund Salze. Es scheint, daß auch nicht gerade lösliche, sondern nur im Wassersehr fein vertheilte Substanzen aufgenommen werden können.
Da die Zellhaut für das Wasser und die darin löslichen Stoffe durch-dringbar ist, so können diese in's Zellinnere gelangen, obgleich sie von allenSeiten geschlossen sind. Das Eindringen selbst geschieht nach der physikalischenKraft, vermöge welcher dünnere Flüssigkeiten sich zu den dichteren eindrängen,