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Historisch-encyklopädischer Grundriss der Landwirthschaftslehre / von Dr. Fraas
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Die Laiidwirthschast.

gebildet daher weiße, gelbe, blutrothe, grüne und schwarze Früh- und Späthirse.Man baut Rispenhirse bis zum 52 " n. Br., Kolbcnhirse bis zum 49Reiner und kräftiger, nickt frisch gedüngter Boden, gut vorbereitet, sagt selbstin Neubrüchcn der Hirse zu; Bluthirse gedeiht auch auf Sandboden gut.

Man säet Rispenhirse V, Metzen und erntet 2 — 3 Schffl. Körnermit 20 — 25 Ctr. Stroh.

Die Feldbohne findet sich gewöhnlich nur in zwei Arten cultivirt, näm-lich als Pferd- und als Sa-ubvhne, welche letztere eine um 8—12 Tagekürzere Vegetations-Zcit hat, als erstere. — Sie fordert zu ihrem bestenGedeihen viel Feuchtigkeit, welche entweder bei trockenem Klima durch einenbindigen Boden oder bei losem Boden durch eine feuchte Atmosphäre gegebensein muß.

Sie nimmt die Bodcnkraft weit weniger in Anspruch, als Kartoffel»,Rüben und dergleichen Früchte, und kann früher als diese gcerntct werden,gestattet somit den Anbau einer Winter-Gctreidefrucht nach ihr, welche zweiUmstände sich sehr günstig für ihren Anbau als Brachfrncht aussprcckeu, da sieüberdieß noch eine stärkere Düngung verlangt und erträgt, als alle übrigencultivirten Hülscnsrüchte.

Der Samenbedarf ist 1^— 2 Metzen, und die daraus erzielte Erntebeträgt im Durchschnitte 3—5 Schffl. Körner und 20 — 25 Etr. Stroh.

Die Futterwicke ist uns in mehreren Varietäten, darunter auch Winter-wicken, bekannt, die theils von hellerer, theils dunklerer, meistens jedoch vongraulicher Farbe sind. — Sie wird bis zum 58 ° B. cultivirt undliebt vorzüglich einen etwas feuchten, kalk- und gypshaltigen Boden. — AlsGrünfutter baut man sie im Gemenge mit Hafer, Erbsen rc., gewöhnlichin die gedüngte Bracke und verfüttert sie grün oder gedörrt; mit großemVortheile aber wird sie als Körnerfrucht zwischen zwei Gctreidefrüchten ein-geschaltet.

Man säet 1 — 2 Metzen und erntet 2'/, — 4 Schffl. Körner und 15 — 18Ctr. Stroh.

Die Erbse wird als gemeine Erbse und als Krvnerbse cultivirt,und erstere theils nach ihrer Farbe in weiße, gelbe, grüne, graue und dunkel-braune , theils nach ihrer Größe und nach der Form der Frucht in verschiedeneUntcrabthcilungcn gekrackt; ferner unterscheidet man Früh- und Spat-Erbsen,Zwerg-, Mittel- und Riesen-Erbsen rc.

Man findet sie bis zum 58 " n. B. in Cultur, und vorzüglich überall dagut gedeihen, wo sie einen lockeren, besonders aber kalkhaltigen Boden mitetwas Thon antrifft.

Beabsichtigt man bei deren Anbau eine größere Menge an Stroh, so sollund muß zu ihr frisch gedüngt werden, während dieses von größtem Nachtheilewäre, wenn es nur auf die Gewinnung von Körnern abgezielt ist.

Zu der frühzeitig vorzunehmenden Saat sind 1 — 1^ Metzen nothwendig,welche mit Hafer und Saubohnen, die als Mittel gegen Lagerung dienensollen, untermengt werden. Die Ernte beträgt ini Durchschnitte 2 — 3 Schffl.Körner und 20 — 30 Ctr. Stroh. — Eine gleiche Cultur hat die minderwichtige Platterbse.

Feld- und Pfenniglinse sind die zwei Hauptartcn, welche in Culturstehen; neben diesen unterscheidet man noch Spielarten mit weißlichen, braunen,schwarzen, kleineren und größeren Samen.

Sie sind bis zum 60 " n. B. als Cultur-Pflanze verbreitet, und ver-tragen bei etwas feuchtem Klima einen sandigen, trockenen Boden, und bei