Cultur der Cercalien.
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feuchtem Boden ein trockenes Klima, leiden somit unter allen Hülsenfrüchtenam wenigsten von der Trockene.
Man vermeidet, zu den Linsen frisch zu düngen, um das Feld reinerzu erhalten, zu welchem Zwecke auch eine sorgfältige Vorbereitung benöthigtwird.
Man bedarf 1^ — 2 Metzen Samen und erntet 1'/^ — 2 H 2 Schffl. Körnerund 8 —12 Ctr. Stroh; das Linsenstroh gilt unter allen Strohgattungenals das nahrhafteste.
Bon Faseolen werden zwei Arten cultivirt, die kletternde und Zwerg-Fase ole, welch' letztere nur für den Anbau im Großen wegen ihres niedrigenWachsthumes paßt. Die Varietäten beider Arten sind fast unendlich, undunterscheiden sich theils durch Farbe und Große, theils auch durch die Dickeihrer Haut.
Die nur 3 Monate dauernde Vcgctations-Zeit gestattet ihren Anbau selbstnoch bis zum 60. ° n. B., obgleich sie durchaus keine Fröste vertragen können.Sie fordern einen trockenen, thätigen, kräftigen Boden; denn aus büudigem,feuchtem gedeihen sie nicht.
Gewöhnlich wird die Zwerg-Fa,eole als Unterfrucht zwischen Mais, Kar-toffeln, Tabak rc. eingeschaltet, da sie sehr niedrig bleibt, in welchem Falle
i'/z Metzen Samen nothwendig wird und eine Ernte von 1 — 1 Vr Schffl.Körner gewonnen werden kann.
Lei selbstständigcr Cultur ist — 1 Mctze Samen hinreichend und 4 —5'/rSchffl. Körner die hiedurch erzielte Ernte.
Vom Buchweizen werden der gemeine Buchweizen, auch Haidekorngenannt, und der tartarische gebaut.
Man steht ihn noch bis zum 72 . 0 n. B. vorkommen, und selbst auf dentrockensten Bodenarten und in sonst ungünstigen Verhältnissen noch ziemlich gutgedeihen; auch auf ausgetrocknetem Torfe oder Moorboden kommt er noch fort.Nässe im Boden verträgt er nicht.
Eine frische Düngung zu Buchweizen wird vermieden, da selbe zwar einegrößere Menge Stroh, aber taube Blüthen und somit keinen Samen erzeugt.
Man säet 1—2 Metzen und erntet 2 — 4 Schffl. Körner und 10 —15Ctr. Stroh.
Quinva soll in unserm Klima sehr gut fortkommen, und bei einer Aus-saat von weniger als 1 Pfd. eine Ernte von 6 Schffl. oder 12 —15 Ctr.Körner geben?
Vom Mohn unterscheidet man einen weißen, blauen, gelben, rothen,grauen und schwarzen, welche Arten sich wieder in Mohn mit gesthlosscuen undoffenen Kapseln theilen. Unter all' diesen Varietäten finden sich vorzüglich.dreiin Cultur, nämlich: der blaublühende mit geschlossenen Kapseln, dann der roth-und der weißblühcnde mit offenen Kapseln.
Er kommt noch überall da fort, wo Wintergetreide gebaut werden kann;leidet nicht durch Frühjahrsfröste, und verlangt zu seinem vollkommenen Ge-deihen einen kräftigen, gut gedüngten, reinen, mehr gartcngriindähnlichen Boden,obwohl er auch aus jedem andern Boden fortzukommen vermag.
Um den für ihn so nothwendigen, von Unkraut reine» Standort anweisen zukönnen, baut man ihn entweder als behackte Brachfrucht, oder nach stark bear-beiteten Brachfrüchten und aus gedüngte Nenbrüche, Wald-Rodungen und Klee-Umbruch.
Die sehr früh anzustellende Saat beträgt 1 — 1'/r Pfd., welche mitSand untermengt werden, um eine gleichheitlichere Ausstreuung vollbringen zu