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Die Landwirthschast.
können; im Durchschnitte erntet man 2 Schssl. Körner und 18 — 24 Ctr.Stroh, welches nur als Streu-Material verwendbar ist.
Kohlreps und Rübeureps werden sowohl als Winter-, als auch alsSommersrüchte gebaut.
Letzterer unterscheidet sich von ersterem theils durch die 10—14 Tagefrühere Reise und etwas spätere Saat, theils durch die geringere Empfindlich-keit gegen ungünstige Witterungs-Einflüsse, sowie auch durch das Gedeihen aufgeringerm Boden.
Fast keine Cultur-Pflanze hat mehr Gefahren zu überstehen, als der Reps,wovon jedoch mehrere durch Beförderung eines schnellern Wachsthums, sowiedurch geeignete Cultur beinahe gänzlich umgangen werden können.
Zu seinem vollkommenen Gedeihen verlangt der Reps gleich allen übrigenkrautartigen Pflanzen ein kräftiges, reines, starkgedüngtes Feld, sowie Feuchtig-keit im Boden oder wenigstens in der Atmosphäre. — In seiner Verbreitunghält er fast gleichen Schritt mit dem Wintcrweize».
Reine Brache ist der gewöhnliche Vorgänger des Nepses, da wegen seinerso frühen Aussaat und der nothwendigen Vorbereitung des Feldes nicht immer,ja in den wenigsten Fällen, der Anbau einer Vorfrucht zweckdienlich erscheinenmöchte.
Zur brcitwürfigen Saat sind 8 Pfd., zur Reihensaat 5 Pfd. Samen er-forderlich, die Ernte beträgt an Körnern 3 — 4 Schssl. und an Stroh18 — 24 Ctr., welches gewöbnlich nur zur Einstreu verwendet wird.
Der weiße und der schwarze Senf sind die zwei Arten, welche inCultur stehen. Ersterer unterscheidet sich durch seinen größern und hellfarbigenSamen von letzter»!, der kleinere und dunklere Körner hat.
Der Senf hat eine sehr kurze Vegetations-Zeit, ist nicht empfindlich gegenKälte, und kann selbst noch auf einem für Sommer-Reps zu trockenen undnicht hinreichend gedüngten Boden gebaut werden, obgleich er auch zu seinemvollkommenen Gedeihen gleiche Bedingungen au Boden und Klima setzt, wieder Reps.
Er wird sowohl als Oelpflanze, als auch zum Futter und zur grünenDüngung gebaut, zu welch' letzten» Zwecke sich der schwarze Senf besser, alsder weiße eignet.
Der Samenbedarf ist 15—18 Pfd. und der Ertrag 2—3 Schssl. Körnerund 25—30 Ctr. Stroh.
Leindotter kommt als Unkraut unter dem Leine vor, und wird in eini-gen Gegenden als Oelpflanze gebaut, da diese Oelpflanze noch überall da ge-baut werden kann, wo keine andere mehr fortkommt, und besonders auf magern,sandigen Boden aus diesem Grunde von Werth ist, da noch überdieß das Strohals Futter verwendbar ist.
Der Samen (von 6 Pfd.) wird, gleich dem Mohne, mit Sand unter-mengt; die Ernte beträgt im Durchschnitt 2—3 Scheffel Körner, und 12—15Ctr. Stroh.
Der chinesische Oelrettig, eine Abart des gemeinem Rettigs, wirdin sehr beschränkter Ausdehnung gebaut, da er sehr empfindlich gegen ungün-stige atmosphärische Einflüsse ist und Mißernten bei demselben daher nicht zuden Seltenheiten gehören. Zu seinem Gedeihen verlangt er ein mildes Klimamit lockerem, besonders kalkhalteudem, kräftigem Boden.
Man säet 12—15 Pfd. und erntet gegen 2 Schffl. Körner und 15—18Ctr. Stroh.
Gleiche Verhältnisse finden auch bei der Sonnenblume statt. Die