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Die Landwirthschaft.
welche theils nach ihrer Form in spindelförmige und plattgedrückte, theils nachder Farbe des Fleisches in gelbe und weiße, und theils nach der Zeit und demOrte ihres Ausbaues in Stoppel- und Brachrüben unterschieden werden, kom-men bis zum 71 o nördl. Br. in Cultur vor und erreichen bei 45 o nördl. Br.eine Elevation von 6400' (in der Schweiz).
Sie lieben einen lockern, kräftigen Boden mit feuchter Atmosphäre.
In die gedüngte und zubereitete Brache gebaut, heißen sie Brachrübenund in Getreidestoppeln, gewöhnlich Winterroggen, gesäet, Stoppelrüben; diebreitwürfige Saat ist die gewöhnlichere, welche aber nicht zu dicht gemacht wer-den darf; wird jedoch Reihensaat angewendet, so muß diese dichter, als beiRunkelrüben ausgeführt werden. Bei zu dichten Saaten wird das Feld mitVortheil übereggt.
Zur breitwürfigen Saat braucht man 1^—2 Psd. Samen und erntet100—200 Ctr. Rüben und 18—20 Ctr. Blätter.
Die Möhren oder gelben Rüben, deren Varietäten theils nach Farbetheils in Form und Geschmack sich unterscheiden, werden sowohl als Speisefür Menschen als auch zum Futter gebraucht.
Sie finden sich bis zum 71 " nördl. Br. und bei 46" nördl. Br. biszu einer Höhe von 5000 Fuß cultivirt.
Sie verlangen einen etwas feuchten, reinen, tiefgründigen und kräftigenBoden, welcher wenigstens bis 1 Fuß tief gelockert und mit wasserfreier Unter-lage begabt sein muß.
Durch frische Düngung entstehen Rostflecke, welche ein baldiges Faulenderselben veranlassen; die Möhre findet daher den geeignetsten Platz nach ge-düngten Brachfrüchten. Ihrer geringen Bodenbeschattung halber wird sie seltenin Reihen, sondern meistens breitwürfig gesäet und zwar geschieht dieß gewöhn-lich unter eine Ueberfrucht, welche früher als erstere reifen muß, und diese sindWintergetreide, Mohn, Lein, Gerste u. dergl. Früchte.
Die Kartoffeln werden in eine fast unbegrenzte Zahl von Varietätenunterschieden und theils nach ihrer Farbe und Form, theils nach der Reife undVerwendung in Unterabtheilungen gebracht.
Nach der Farbe unterscheidet man vorzüglich: blaue, rothe, gelbe undmarmorirte; nach der Form: runde, ovale, flachgedrückte, walzenförmige,hornförmige, ananassörmige, höckerige und eierförmige; nach der Reise: Früh-und Spätkartoffeln, und nach ihrer Verwendung: Speise- und Futterkartoffeln,welch' letztere zugleich zu technischen Zwecken verwendet werden. Die Speise-kartoffeln beurtheilt der Geschmack, ohne Rücksicht auf Nährkraft, dagegen dieFutterkartoffeln die Größe des Ertrages, mit in Betrachtziehung der aus ihrgewinnbaren Menge Stärkmehls, welche besonders bei deren Verwendung zuzymotechnischen Gewerben, als Brauerei, Branntweinbrennerei und Esfig-Fabricationzu berücksichtigen ist; gleiches Augenmerk muß auch bei deren Verwendung zuGries, Sago, Syrup u. s. w. auf die Stärkmehl-Ausbeute gerichtet werden.
Ihrer vielseitigen Verwendung wegen hat sich die Kartoffel zum Bedürfnißfast einer jeden Wirthschaft gemacht, und ist sowohl für die Nahrung der Men-schen , als für Futter und Branntweinbrennerei unentbehrlich geworden.
Die Fortpflanzung derselben mittelst Knollen ist die gewöhnlichste, sichersteund erfolgreichste, obwohl diese auch durch den aus den Beeren (Aepfeln ge-nannt) gewonnenen Samen, sowie durch Ausstechen und Legen von Augen,auch Schalen, — Theilung der Wurzelschosse, indem man selbe von denKnollen abbricht und setzt, — Verwendung von Stecklingen, die aus demKraute ohne Wurzel gebildet werden und Ablegern, indem das Kraut umge-