Cultur der Cerealien rc.
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bogen nnd theilweise mit Erde bedeckt wird, ausgeführt werden kann, welch'letztgenannte Arten der Fortpflanzung sich jedoch weit weniger für die Praxiseignen als erstere.
Die Kartoffel findet sich bis zum 71° nördl. Br. cnltivirt und bei 46°nördl. Br. bis zu einer Elevation von 5000'.
Sie nimmt fast mit jedem Boden vorlieb, wenn er nicht zu bündig, zunaß nnd zu kalt ist, — ein mürber, loser und trockener Boden ist ihr am Zu-sagendsten.
Hinsichtlich der Fruchtfolge ist auch bei der Kartoffel zu unterscheiden, ob sie alsSpeisesrucht oder zum Futter und sonstigen Zwecken gebaut wird. — Bei Speise-kartoffeln, wie schon erwähnt, wird mehr aus den Geschmack als aus die Größedes Ertrages gesehen, wcßhalb diese auch nicht mit Vortheil in die Düngung,sondern in die zweite Düngertracht gebaut werden, was am Zweckmäßigsten nachgedüngter Winterung oder aus Kleeumbruch erscheint. In diesem Falle wirdnicht nur die Größe des Ertrages nicht leiden, sondern, wie man aus Erfahrungweiß, ihre Schmackhastigkeit sehr gewinnen, da sie mehliger und nicht so wäs-serig wie die in die Düngung gebauten werden. — Ganz anders verhält essich mit Kartoffeln, welche zu Futter und anderen obenangesührten Zwecken ver-wendet werden, indem bei diesen Alles angewendet werden muß, was zur Ver-größerung des Ertrages beizutragen vermag; wie die Kartoffeln überhaupt zuihrem besten Gedeihen drei Hauptbedingungen, nämlich Reinheit, Lockerung undKraft des Feldes stellen, so ist es bei Futterkartoffeln bezüglich des größern Ertragesum so mehr der Fall. Die Größe des Ertrages steht in geradem Verhältnissemit der Größe der Düngung, daher man diese Gattung von Kartoffeln immer als ge-düngte Brachsrucht angebaut finden wird, da sie noch überdieß die an eine Brachfruchtgestellten Bedingungen, nämltch Reinigung und Lockerung des Feldes durchBearbeitung während ihrer Vegetation, mehr als jede andere Frucht erfüllt.
Der Üebelstand, daß nur nach Speisekartoffeln, nicht aber nach letztge-nannten, eine Winterung wegen zu später Ernte genommen werden kann, wirddurch obenangefnhrte Vortheile weit überwogen. -- Die Speisekartoffeln, wiebekannt, erntet man schon Anfangs August, während die letztgenannten erst nachder Winterbestellung, nämlich Anfangs October oder auch Ende Septembergeerntet werden können.
Die Saateinlage der Kartoffeln geschieht entweder mit der Haue oder demPfluge, und zwar auf viererlei Weise, a. in Bifange, b. in die dritte Furche, e. imQuadrat, ä. im sogenannten Verbände.
a. Zu diesem Zwecke wird das Feld schon im Herbste in Bifange,Stränge oder Balken aufgepflügt, vor Winter noch abgeeggt, und der Dünger,entweder im Winter oder Frühjahre aufgeführt, sodann in die Furchen aus-gebreitet nnd auf ihn die Saatkartoffeln gelegt, die hieraus mit dem Pfluge oderder Haue gedeckt werden können.
^ck d. Um diese Art der Bestellung vornehmen zu können, muß dasFeld schon im Herbste eben gepflügt und abgeeggt werden, damit der auf-geführte Dünger gleichmäßig über die ganze Oberfläche ausgebreitet und leichtin die Furche eingerecht werden kann, (man kann auch den Dünger nur indie Saatsurche einrechen,) nnd zwar nachdem die Kartoffeln in dieselbegelegt sind, so daß hier im Gegensatze zu ersterer Bestellung der Düngerauf die Kartoffeln zu liegen kommt. — Es werden hiezu am Zweckmäßigstendrei Pflüge angewandt.
o. Durch diese Art der Kartoffelbestellung geht viel Land nnbenütztverloren, daher sie nur auf sehr bündigen, feuchten, oder auch sehr verrm-