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Die Landwirthschast.
krauteten Feldern anzuwenden ist. Das Legen geschieht am Zweckmäßigsten nachvorausgegangenem Marqueur und kann mit dem Pfluge oder der Haue vorge-nommen werden.
^ck ck. Besser, als durch den Quadratbau wird das Feld bei dem soge-nannten Verbandbau benützt, indem bei diesem zwischen je vier Stöcken, dieim Quadrat stehen, ein fünfter angebracht wird; er bietet jedoch auch die Vor-theile der allseitigen Bearbeitung, Lockerung und Reinigung des Feldes, wiejener dar.
Da das Kartoffelkraut sehr empfindlich gegen eintretende Froste ist, ob-gleich es dann wieder frisch aus der Mutterkartoffel treibt, so muß die Saat-einlage zu einer Zeit vorgenommen werden, daß bis zum Erscheinen desselben,
3 — 4 Wochen nach dem Legen der Knollen, die Frühjahrsfröste bereits vor-über sind und man keine mehr zu befürchten hat, welche Zeit gewöhnlich MitteMai ist.
Je trockner der Boden und je später die Saat, desto tiefer muß die Saat-einlage geschehen, und je bündiger und feuchter der Boden und je früher dieSaat, desto seichter muß selbe vorgenommen werden, so daß, im Mittel, eineTiefe von 2^ bis 3^ Zoll sich herausstellt.
Die Bearbeitung des Feldes während deren Vegetation wird am Zweck-mäßigsten und Wohlfeilsten mit dem Schäufel- und Häufelpflüge ausgeführt, ob-wohl selbe in sehr bevölkerten Gegenden mit der Haue vorgenommen wird undeinen größern Ertrag veranlassen soll.
Der Samenbedarf, welcher sich nach der Entfernung der Reihen von ein-ander und der einzelnen Knollen auf diesen richtet, wechselt zwischen 3—4 Schffl.— Von den Speisekartoffeln erntet man im Durchschnitte 18 — 20 Schffl.,während die Futterkartoffeln einen Ertrag von 30—40 Schffl. geben.
Die Ernte kann entweder mit der Hand oder dem Gespanne vorgenommenund das Auflesen der Kartoffeln in Accord oder Taglohn gegeben werde».
Das Abpflücken der Blüthen und Aepfel ist nur Theorie und wird niemalsdes großen Aufwandes und des, wenn nicht Nachtheil, doch auch keinen oderhöchst geringen Vortheil bringenden Erfolges wegen, in der Praxis Platz greifen,da man ohnehin in den letzten Jahren selten Gelegenheit hatte, welche zusehen. — Das Abschneiden des Krautes vor dem Verblichen ist von nachthei-liger Folge; in den meisten Fällen wird es erst unmittelbar vor der Ernte oderauch gar nicht abgemäht, und dasselbe im ersten Falle entweder wie Klee oder aufHaufen getrocknet, oder auf Wiesen ausgebreitet, und beträgt bei gutem Stande8—10 Ctr.
Die knollige Sonnenblume, auch Erdapfels und Topinambur ge-nannt, wurde durch die größere Ausdehnung des Kartoffelbaues in ihrem An-baue sehr beschränkt, da sie in vieler Beziehung weit hinter der Kartoffel steht,obwohl auch sie wieder in mancher Hinsicht größere Vortheile darzubieten ver-mag als jene, und zwar halten ihre Knollen unbeschadet den Winter über indem Boden aus und können ohne Nachtheil erst im Frühjahre geerntet werden,während die Kartoffel oft nur mit großer Sorgfalt und nicht unbedeutendemKostcnauswande durch das Umschaufeln in ihrem Aufbewahrungsorte in etwasgutem Stande bis zum Frühjahre erhalten werden kann. Jedoch ist auch beider Ernte der Topinambur im Spätherbste und der Ausbewahrung in Kel-lern rc.rc., wenn selbe nicht ganz trocken sind, die Fäulniß derselben sehrschwer abzuhalten. — Sie ist weit weniger empfindlich gegen ungünstige Wit-terungs-Einflüsse und vernachläßigte Cultur, und gibt selbst noch auf ganzseichten und kraftlosen Bodenarten einen lohnenden Ertrag.