Cultur der Ccrealien rc.
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Sie kann zwar auf analoge Weise wie die Kartoffel cultivirt werden; esist jedoch zweckmäßiger, ihr ein eigenes abgesondertes Feld zu geben, weil daseinmal mit ihr bebaute Feld schwer wieder von ihr befreit werden kann, indem sieeine mehrjährige Pflanze ist und ein jeder in dem Felde bei der Ernte zurückge-bliebene Knollen im Frühjahre wieder austreibt und so das Feld verunreinigt. —Sie macht sehr geringe Forderungen hinsichtlich der Cultur und gibt unter sonstgleichen Verhältnissen eine nicht viel geringere Ernte an Knollen als die Kartoffeln,aber eine verhältnißmäßig größere Masse an Kraut, nämlich 20—30 Ctr. Eineeinmalige Bestellung reicht hin für eine Reihe von Jähren, da, wie oben schonbemerkt, die in dem Felde gebliebenen einzelnen Knollen iin nächsten Frühjahre das-selbe immer wieder hinreichend überwachsen lassen.
Der Kopfkohl, unter der zahlreichen Menge von Ab- und Spielartendes Gemüsekohls am Häufigsten cultivirt, verlangt ein mehr gartenähnliches Feldmit hinreichender Kraft und Feuchtigkeit versehen; — seine Cultur ist übrigens derder Steck- und Runkelrübe gleich; er ist empfindlich gegen Frost und eintretendeTrockenheit und daher im Ertrage sehr wechselnd, was besonders von dem sich Nicht-Schließen der Köpfe modificirt wird. — Die bei der Ernte sich ergebenden Abfälle,von nicht ausgebildeten Pflanzen, entbehrlichen Blättern und abgeschnittenen Strünkcndienen als gutes Viehsutter. — Im Durchschnitte erntet man 1000—6000 Köpfezu einem Gewichte von 300—400 Ctr. — Eine in Eultur weniger häufig vor-kommende Kohlart ist der Blattkohl, dessen eine Varietät oft 5—8 Fuß hoheStengel treibt, von welchen dann die Blätter abgenommen und verfüttert werden.
Vom Lein werden zwei Hanptvarietätcn unterschieden, nämlich u. Klang-oder Springlein, auch Spätlein genannt, der sich durch aufspringende Kapseln,ästigcrn und kürzern Stengel, feinern Bast, und spätere Saatbcstellung charak-teriftrt. b. Schließ- oder Dreichlein, auch Frühlein genannt; dieser unterschei-det sich von ersterem durch längere, weniger ästige Stengel, daher mehr undbrauchbarern Bast und frühere Aussaat, sowie durch frühere Sanmereife.
Die erste Hauptbedingung, die der Lein an das Klima sowohl, als an den Bodenstellt, ist das Vorhandensein hinreichender Feuchtigkeit, da ohne diese ein Ge-deihen des Leines nicht stattfinden kann. Besonders liebt er eine feuchte Atmo-sphäre und einen mürbcn, kalkhältendcn Sand- oder Lehmboden; ist aber dieAtmosphäre trocken, so muß die Feuchtigkeit durch bündigern oder überhauptsenchtern Boden oder eme feuchte Lage demselben gegeben werden, so daß jetrockener der Boden, desto feuchter die Atmosphäre und je feuchter der Boden, destotrockener die Atmosphäre sein muß, um Extreme von zu großer Trockenheit wie Nässezu vermeiden. Am Besten eignen sich daher Küsten- und Gebirgsländer, sowiefruchtbare Niederungen, ausgetrocknete Teiche u. dcrgl. Orte für die Erziehungeines langen, feinen und festen Bastes.
Eine zweite Hauptbedingung, welche vom Lein an den Boden gestellt wird,ist Reinheit von Unkraut, da dieses auf keine andere Pflanze und deren Cultureinen nachtheiligern Einfluß ausüben kann, als eben auf den Lein.
Die Leinpflänzchen wachsen in ihrer ersten Zeit sehr langsam und sind äußerstschwach, so daß dieselben das Unkraut sehr leicht unterdrücken kann, da letzteresohnehin durch die feuchte Lage und mehr oder weniger starke Besonnung, je nach-dem die Leinpflänzchen den Boden schon mehr oder weniger beschatten, sehr begün-stigt wird. Durch diesen eintretenden Uebelstand in mehr oder minder hohemGrade wird das so kostspielige Jäten benöthigt, was auf jedmögliche Weise ver-mieden werden soll.
Eine dritte Hauptbedingung ist Kraft in dem Boden, welche aber nichtdurch eine frische Düngung, sondern durch sogenannte alte Bodenkraft repräsen-