Cultur der Cerealien rc.
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Vortheil noch erzielt werden kann, nämlich durch den Schluß eine sein-stengelige Pflanze, welche einen Hähern Werth als eine grobstengelige und ver-ästelte hat. Reicht diese Vorsichtsmaßregel nicht hin, so muß zum Behackenund Reinigen des Feldes geschritten werden. Man säet Sommerwau 6—7Pfd. und Winterwan 10—15 Psd. und erntet von ersterm 12 — 16 Ctr.,^ 5 —12 fl., und von letzterm 20 — 30 Ctr., » 3 — 7 fl.; so daß sie sichgegenseitig entweder durch niederern Preis und größere Ernte oder geringereErnte und Hähern Preis so ziemlich ausgleichen.
Vom Waid, der weniger wegen seines geringen Indigo-Gehaltes inden Blättern, sondern mehr als Aufläsungsmittcl des indischen Indigo, cultivirtwird, unterscheidet man den deutschen und französischen, welch' letzterer in einemHähern Preise steht, als ersterer, und kann sowohl als Winter-, als auch alsSommerfrncht gebaut werden.
Der Waid ist gegen ungünstige Witterungseinflüffe wenig empfindlich undgedeiht in einem fenchtwarmen Klima und auf lockerem, tiefem, kalkhaltendem undin hoher Düngerkraft stehendem Boden am Besten, da die Größe der Ernte sichvorzüglich nach der Kraft des Bodens mvdisicirt.
Er kann sowohl als behackte Brachfrucht, als auch breitwürfig gesäet werden,in welch' letzten» Falle er jedoch gejätet werden muß.
Diejenigen Pflanzen, welche zur ^amengewinnung bestimmt sind, dürfennicht entblättert werden, da sie ohnehin kein brauchbares Farbematerial liefernwürden. Von den übrigen Pflanzen werden jedoch die Blätter zwei bis drei Maleabgestoßen, was jedesmal vorgenommen wird, wenn die unteren Blätter gelb zuwerden beginnen, die dann entweder getrocknet oder zu den sogenannten Waid-Ballen verarbeitet werden.
Man säet 8 —10 Pfund und erntet 150 — 200 Ctr. frische Blätter, die30 Ctr. trockene Blätter und 25 Waid-Ballen im Durchschnitte geben.
Der Färbeknöterich ist sehr empfindlich gegen Frost und wird daher erstspät aus das Feld gesäet oder in Gartenbeeten gezogen, und dann bei günsti-gerer Jahreszeit auf das Feld versetzt.
Seine Cultur ist sehr einfach und er soll nahe an 2 Procent reinen Indigoenthalten, findet sich aber wegen seiner geringen Anwendung nur Versuchsweisecultivirt.
Die Ernte, welche zur Zeit der Blüthe vorgenommen werden muß, beträgt80—90 Ctr. grüne Blätter, die im lufttrockenen Zustande 16—18 Ctr. geben.
Vom Krapp, auch Färberröthe genannt, der eine ausdauernde Pflanze ist,und wegen des Farbestoffgehaltes seiner Wurzeln cultivirt wird, unterscheidet manden französischen und deutschen, welch' ersterer sich nur durch größern Kalk-Gehalt vor letzterm auszeichnet.
Da der Werth der Krappwurzeln nur von deren größern Durchmessergrößtentheils abhängt, so müssen um so gewissenhafter die Bedingungen zu dessenbestem Gedeihen zu erfüllen gesucht werden. Krapp kommt zwar fast überallfort, wo das Klima nicht zu rauh und der Boden zu ungünstiger Beschaffenheitist, verlangt aber zu seinem besten Gedeihen ein seuchtwarmcs Klima mit einemlockern, warmen, kalkhaltenden, mürben Boden, der tief gelockert und in hoher,alter Düngerkraft stehend sein muß; Kalk im Boden trägt zur Erhöhung seinerQualität sehr viel bei.
Die Fortpflanzung des Krapps geschieht entweder mittelst Fächsern oderPflänzlingen und muß nur bei der Anlage eines neuen Krappfeldes mit Samenvorgenommen werden, und zwar ein jedes Mal in Reihen, damit während derVcgetationszeit die Zwischenräume bearbeitet werden können.