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Historisch-encyklopädischer Grundriss der Landwirthschaftslehre / von Dr. Fraas
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Don dc» Weiden. Futisrwerth.

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Außer den von uns bisher angeführten Futterpflanzen gibt es aber noch vieleandere Pflanzcnproducte, die zwar nicht nothwendig, aber nach Umständen dennochzur Fütterung verwendet werden können. Dazu gehören denn außer jenen, die derAckerbau liefert, noch besonders manche, die uns der Wald, die Gewerbe und dieHauswirthschaft überhaupt geben. Hiebei nun drängt sich eine der wichtigsten Fragender ganzen Landwirthschaftslehre aus, wie man denn ermitteln könne, ob es vor-> theilhaft sei, diesen oder jenen Stoff zur Fütterung oder sonst wie zu verwenden,

I kurz was sein Futterwerth sei? Die Ermittelung des Futterwerthes der ver-

schiedenen Futterstoffe ist eine schwierige Sache, aber es gereicht den Landwirtheninsbesondere sehr zur Ehre, dieselbe bloß aus dem Wege vernünftiger Versuche undohne Beihilfe speculativer Theorieen dennoch zu großer Brauchbarkeit ermitteltzu haben, und noch jetzt sind ihre Grundsätze hierin der Maßstab für Erprobung

chemisch-physiologischer Ansichten über das, was nährt. Weckherlin, Block,Thaer, Pabst, Petri, Andrere, waren es vor Allen, denen das Verdienst,hierin Bahn gebrochen zu haben, gebührt; Einhof, Kirchhof und neuerlichBoussingault suchten bloß jene Ansichten mehr wissenschaftlich zu begründen.

Wenn man bedenkt, wie viel bei Ermittelung solcher Resultate von der Artder Futterzubereitnng, der Mengung der Stosse und der Thierart selbst abhänge,so wird man gestehen müssen, daß diese Aufgabe sehr schwierig und nur von prak-tischen Landwirthen stichhaltig gelös t werden konnte.

Man hat endlich den Schluß gemacht, daß zur vollkommenen Ernährungder Hausthiere man 3^ o/g Heuwerth vom lebenden Gewichte des Thieres braucht.Das Heu, normalmäßig gut, ward als Einheit genommen und alle anderen Futter-stoffe damit in Vergleich gesetzt. Wohl unterschieden ward Erhaltungs-, Wachs-thums- und Productions- (Mehrnngs-) Futter. Sodann fand man z. B., daßder Futterwerth des Heues zu 100 angenommen, der des Strohes 300, der Körner50, der Kartoffeln 200 sei und man also mit 50 Pfd. Körner oder 200 Pfd. Kar-toffeln in der Fütterung ebensoweit komme, wie mit 100 Pfd. Heu.

Futterwerth

Nach den bisherigen Erfahrungen hat Hlubeck folgende Tabelle als Resultatder Gesammtversuchc resp. Angaben obengenannter Männer mitgetheilt.

100 Pfund Heu sind im Durchschnitt gleich :

51 Pfund

Roggen,

90 Pfund

Spergel,

45

Weizen,

163

Linsenstroh,

54

Gerste,

153

k/

Erbsenstroh,

59

,/

Hafer,

159

Wickenstroh,

32

Mais,

295

Gerstenstroh,

57

45

Buchweizen,

Erbsen,

235

400

Haserstroh,Maisstroh (?),

64

Pserdsbohnen,

442

k,

Roggenstroh,

64

Saubohnen,

195

k,

Buchwcizenstroh

> 50

Wicken,

201

//

Kartoffeln,

; 89

Esper,

276

Möhren,

, 98

Lucerne,

220

Runkelrüben,

> 88

Rothklee,

540

weiße Rüben.

97

Wickenheu,