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Historisch-encyklopädischer Grundriss der Landwirthschaftslehre / von Dr. Fraas
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181
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Viehzucht.

181

kürzern Darmcanal des Pferdes sehr oft Futterthcile unzersetzt ad.DarmcanalS verhält sich znr Länge des Körpers:

beim Schafe wie 28:1;

Die Länge des

ll

Rinde

22: 1;

bei der Ziege

,/

17:1;

denn

Schweine

//

17:1;

Pferde

//

10:1;

Esel

9:1;

Hunde

5-1;

(Erdet yi's Eingeweide, Wie» 1819).

Man unterscheidet den Dünn- und Dickdarm mit verschiedenen Unterabthei-lnngcn. Der Zutritt der Galle im Dickdarme befördert am Meisten die Chylus-Bildung; sie besteht aus 90 Theilen Wasser und 8 Theilen eigentlichem Gallenstoffenebst Gallerte und Salzen. Indessen ist der Chylns so noch keinesweges zur Er-nährung tauglich; er muß erst durch die Respiration oder durch den Zutritt desSauerstoffes in den Lungen den Athmungsproceß in Bluttheile umgewandeltwerden.

Durch die Nase und den Mund wird atmosphärische Lust aufgenommen undznr Oxydation des Blutes verwendet. Venöses oder schwarzes Blut kommt mitChylns gemischt in den Vorhof der rechten Herzkammer, wird von da in diese selbstübergepreßt und das vorher darin Enthaltene hinaus in die Lungen die feinstenVerzweigungen der Lnngcnadcrn in zcllgcwcbigcr Masse; dort tritt es durch dasEinathmen mit den Bestandtheilen der atmosphärischen Luft dem Sauerstoffein Berührung, nimmt letzter» auf, aber Nichts vom Stickstoffe und gibt dafür einenTheil mit Kohlenstoff vermischt als Kohlensäure beim Ansathmen wieder zurück.Das nun hellroth gewordene oxydirte Blut kehrt in den Vorhof der linken Herz-kammer zurück, wird in diese selbst gepreßt, zugleich der vorige Inhalt desselbenhinaus in die große Hcrzschlagader oder Aorta und von da aus in alle Theile desKörpers immer mit einem Stoße dem Pulse. von wo aus es nach Abla-gerung seiner »äbrcnden oder bildenden Bestandtheile, nach Se- und Excretionwieder durch die Venen oder zunächst durch die Hohladern in's Herz zurückkehrt. DieUebergänge der Arterien und Benen in die feinsten Endungen heißen Capillar-Gefäße.

Der Mensch braucht in 24 Stunden 1 Pfund 21 Loth Sauerstoff,

Rind 8 9

,, Pftrd .. 10

Schaf und die Ziege rc.

1 als Minimum.

(Hlubeck.)

Ausgeathmet wird Kohlensäure, Stickstoff und Wasscrdunst.

Nicht bloß die Farbe des Blutes wird durch das Athmen geändert, auchWärme, Kohlensäure wird erzeugt, die Luft aber in geschlossener Localität sauerstvff-ärmer. Die thierische Wärme beträgt im Durchschnitte:

32 o R. beim Menschen,

32" der Ziege,

29,4° beim Pferde,

30,4° Schweine,

30,95° im Mittel für Alle.

Die Bewegung des Blutes aus dem Herzen durch die Lungen (kleiner Kreis-lauf) und aus den Lungen durch den ganzen Körper (großer Kreislauf) geschiehtzunächst durch die Ausdehnung und Zusammcnziehnng des Herzens oder den Herz-schlag. Die dadurch verursachten Pnlsschläge sind nach Alter, Race und Artverschieden schnell und man rechnet in einer Minute: