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Historisch-encyklopädischer Grundriss der Landwirthschaftslehre / von Dr. Fraas
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Die Landwirthschaft.

72

beim Menschen,

84

bei Ziegen,

7080

Schafen,

56

jungen Race-Pferden,

3640

alten

5060

Kühen,

65

Kälbern,

45

Stieren und Ochsen,

140

Hühnern.

Das Verhältniß der Blutmenge zu dem lebenden Gewichte der Thiere beträgt:1 :19 bei Pferden,

1:27 Ochsen,

1:5 Schafen,

1:30 Masthammeln,

1:21 alten Melkkühen.

Für den Landwirth ist bezüglich der allgemeinen Hautdecke das in derselbenbefestigte Haar besonders zu berücksichtigen. Der dichte Stand der Haare oderWolle hängt von der Anzahl der Haarzwiebeln, von der Wiedererzeugungsfähigkeitoder dem Durchmesser des einzelnen Haares ab, welche letztere durch öfteres Ab-schneiden, durch Hautpflege und durch specifische Mittel besonders gesteigert wird. Derzweimalige Wechsel der Haare (und Federn) bei den Hausthieren ist mit Schwächungfür diese Zeit verbunden und somit zu beachten. Die Farbe der Haare erbt sichleicht fort." Die Haut schützt die inneren Theile gegen die unmittelbare Einwirkungder Atmosphäre, scheidet Säuren und Salze aus und nimmt auch Stoste von außenauf. Mit dieser Thätigkeit der Haut stehen die Harnwerkzeuge im Wechselverhältniffeund je mehr die Haut ausscheidet, um so weniger geschieht dieß dann durch denHarn. Mit den Harnwerkzeugen stehen in nächster Verbindung die Geschlechts-werkzeuge. Der Geschlechtstrieb erwacht bei normaler Ernährung beim Schweinenach ssr Jahr, bei Schafen und Ziegen nach 1 Iss, Jahren, beim Rinde nach1 2 Jahren, beim Pferde nach 3 4 Jahren. Die Kunst vermag dergleichenaber zu ändern, sowie nach der Jahreszeit selbst beliebig zu vertheilen. Nach Tessierträgt das Pferd im Mittel 330 Tage, der Esel 380, die Kuh 270, das Schaf und dieZiege 150, das Schwein 116. Die Truthenne und der Pfau brüten 31 Tage, die Ente30, das Perlhuhn 29, die Gans 30, der Fasan 24, das Huhn 21, die Taube 19.

Um mehr und besseres Fleisch und Fett, selbst nach einer unhaltbaren Ansicht,mehr Milch zu erzeugen und vorzüglich auch um das Temperament mancher männ-lichen Thiere zu mäßigen, entfernt man oft durch Kastration die Hoden dermännlichen und die Eierstöcke der weiblichen Thiere.

Als Bewegung vermittelnde Organe betrachtet man die aus einigen aneinander gereihten Fasern bestehenden Muskeln, als die Empfindung ver-mittelnd gelten aber die Nerven, die auch zugleich die Grundlage der Irrita-bilität und Sensibilität bilden. Auf die Art und Weise der Anregung des Nerven-systems durch äußere Eindrücke beruht die Eintheilung der Temperaments-Stnfen,die allerdings für den Viehzüchter mehr Werth als für den Anthropologen haben.

Zur vollständigen Ausübung der Thätigkeiten aller Organe aber gehört vor allerNahrung jene Grundbedingung organischen Seins, wie Wasser, Lust, Wärmeund Licht.

Die Nahrungsmittel der Thiere hat man neuerlich in stickstoffhaltige undstickstofffreie getheilt, auch in plastische (und das sind zumeist jene) und inNespirations-Mittel (diese), nämlich Gummi, Zucker, Stärkmehl und Oele;stickstoffhaltig aber Kleber, Eiweiß und die Protein-Körper.