Buch 
Historisch-encyklopädischer Grundriss der Landwirthschaftslehre / von Dr. Fraas
Entstehung
Seite
192
JPEG-Download
 

192

Die LanLwirthschaft.

5_4. Theil des gestimmten Futterbedarfs. Aus diesem Futter und Stroh erhält

man durchschnittlich 33 Ctr. trocknen und 107 Ctr. feuchten Stallmist.

Immer ist räthlich, den Hafer vorher zu schroten.

Ein Wirthschaftspserd erfordert einen Raum, 9' lang und 6' breit, also 54ssP.

Das Pferd nützt durch seine Arbeit, den Dünger, die Haut und hie undda durch sein Fleisch. Ein mittleres Pferd vermag in 24 Stunden bei einerThätiqkeitsäußerung von 89 Stunden178 Pfd. zu tragen

1780 auf einer guten, ebenen Straße?

17,800 auf einer Eisenbahn s ziepen.

106,800 aus Canälen

Bei Wirthschaftspferden rechnet man zweispännige Fuhren nur mit 10001500 Pfd. Das berühmte englische Rennpferd Eclipse legte in 4 Minutenund 45 Secunden eine deutsche Meile zurück in einer Stunde also 12'/zdeutsche Meilen, also fast soviel als die größte Geschwindigkeit einer alleinlausenden Locomotive beträgt (D'Alton und Hlubek).

Es ist eine sehr wichtige Frage, ob für landwirthschaftliche Arbeiten vor-züglich Pferde oder Ochsen gehalten werden sollen und die Beantwortung dieserFrage hängt von verschiedenen Verhältnissen ab.

Vor Allem ist Hauptregel, daß man immer da, wo eine landwirthschaftliche Arbeitdurch Ochsen ebenso gut und gleich schnell, wie durch Pferde verrichtet werden kann,Ochsen nehmen soll, da ihre Arbeit wohlfeiler ist. Zwar verrichten Pferde die meisteArbeit schneller und sind lenksamer, sind auch auf schlechtem Wege, bei schlechtem Wet-ter und weiter Entfernung besser zu brauchen, aber doch hat der Ochs wieder Vorzügein sumpfigen Gegenden und sehr steilen Lagen. Die Ochsen geben im Erkrankungssalleoder bei Verletzungen immer noch im Fleische eine Nutzung, die Pferde nicht auchvermindern die Ochsen durch die Arbeit ihren Werth nicht und lohnen zuletzt noch durchMast, ihr Dünger ist meist brauchbarer und fällt in größerer Menge, doch aber find siefür gewisse Arbeiten wieder nicht wohl zu verwenden, z. B. Schäufcln, Häufeln rc.

Bienenzucht

Recht paffend zum Vergleiche auch steht neben dem Seidenbaue die Bienen-zucht. Wie jener nur bei vorgeschrittenem Ackerbane, industriöser und dichterBevölkerung sich einer besondern Ausnahme erfreut, so sinkt diese notorischbei denselben Verhältnissen herab, wohl nicht in sinnreicher Veredelung derzahmen Zucht, aber sicher bezüglich der Ausdehnung und des großartigen !Betriebes. Zwar ist begreiflich, daß die Trennung christlicher Seelen von !der Mutterkirche, welche mit größerm Pompe althergebrachte Gottesver- ,ehrung feierlicher zu üben pflegte, daß die Zeiten der Reformation einengeringern Wachsverbrauch einführen mußten, auch ist einleuchtend, daß beigrößerer Mannigfaltigkeit spiritnöser Getränke der altherkömmliche Meth, zumalnach Einführung des Rohrzuckers, außer Gebrauch kam, aber doch erklärtall' Dieses noch nicht die so bedeutende Abnahme dieses fast mühelosen Neben-zweiges des landwirthschaftlichcn Gewerbes in Ländern, die ehedem so reichdaran waren. Es scheint, die Bienenzucht weicht vor der Civilisation und inder That ist sie jetzt nur mehr in großartigem Betriebe in der Berberei, derTürkei und Griechenland, in Rußland, Polen und Litthauen ec., wo ausgedehnteWälder oder Gestrüpphaiden das Land bedecken. Seit der Zeit der Reforma-tion sind wir immer reicher an derhonigliefernden" Literatur geworden, die