Seidenzucht.
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Seidenzucht vonIulien, wie in der Praxis Dondalo' s Methode, Levasseur'SApparat zur Bewegung der Hürden und das System von Camille deBeauvais.Nicht weniger als 64 besondere Schriften über Seidenzucht haben wir seit der Mittedes 18. Jahrhunderts bis aus unsere Tage gezählt.
Die ganze Seidenzucht hat sich bis zur Zeit auf folgende Grundsätze zusam-mengedrängt. Zuerst bezüglich der Gewinnung, Behandlung und deS Ausbrütensver Raupeneier gelten als Regeln, sich jedenfalls das Doppelte an Eiern vonder einzuleitenden Zucht zu verschaffen und dazu starke, muntere und schnellrcifeRaupen, sowie feste, schöne und mittelgroße Cocons auszusuchen. Samenbezugaus günstigeren Gegenden ist gut. Man bewahre die Eier an trockenen kühlenOrten und beginne das Ausbrüten erst, wenn im Schatten im Frühlinge 9—-10"R. früh- sich zeigen. Schnelles Ausbrüten ist zu vermeiden und eine gleichmäßigeTemperatur von 16 —20°R. zu steigern am Besten. Man vereinige nur Rau-pen von gleichem Alter.
Reinhaltcn der Hürden bei völligem Luftzutritt, Wärme, hinlänglichesreines und ausgebildetes , nicht nasses Laub bei gehörigem Raume sind Grund-bedingungen ihres Gedeihens. Da dieselben sehr rasch und außerordentlich zu-nehmen, ist eine reichliche und oft wiederholte gleichmäßige Ernährung derselbenunerläßlich. Vor Allem sind die Häutungs-Perioden oder der Schlaf derselbensehr zu beachten und darf weder Futterzugabe noch Luftströmung oder Temperatur-Wechsel denselben stören, bis die vollendete Häutung und das Umherkriechen derRaupen die Rückkehr des Appetits anzeigt. Nur für den Betrieb des Praktikersspeciell ist eine Schilderung der fünf Lebensperioden der Raupen von Werth; aberdas sei von uns noch beigefügt, daß, wenn man die Temperatur des Localsin den ersten zwei Perioden erhöht (auf 18—19"R.) erhält, die Lebensdauerder Raupen um 13 Tage verkürzt werden kann. Nach C. Beauvais dauertdie Zucht: 37 Tage bei 16° R.
28 „ „ 18—20°R.
21 21_22 "R.
18 „ „ 22—25 °R. oder 85—90 pC. Feuchtigkeit.
Vom Auslegen der Eier an bis zum Ausschlüpfen der Raupen mit 13 Tagenrechnet man auf die Zeit der Zuchtdauer:
37 Tage bei 21—24° R.
42—47 „ „ 26 —19»R.
48-55 „ „ 13 —19°R.
Der Bedarf an Futter und Raum beträgt
4 Pfd. und 9 sZ Fuß in der 1. Lebensperiode^ 28 „ „ „ 2 . ,,
35 „ „ 44 „ „ „ 3. „
101 „ „ 104 „ „ „ 4. „
Die Spinnorte sollen dunkel und mit solchen Gegenständen erfüllt sein, andenen die Raupen den Cocon mittelst der Floretseide gut befestigen können (Birken-rnthen, Hobelspäne, eigene Gerüste, Gestrüpp rc-) Dunkelheit, Stille, Geräumig-keit, Bedeckung und Erhaltung einer passenden Temperatur sind vor Allem wich-tige Erfordernisse für die Spinnorte. Das Local soll da nicht zu kalt (nichtunter 15° R.) und nicht zu warm (nicht über 18° R.) sein. Sind die Raupenin den Cocons nicht mehr sichtbar, so sollen Fenster und Thüren geöffnet werdenund frische Luft einströmen, kranke oder todte sollen aber entfernt werden.8—12 Tage nach dem Einspinnen beginnt die Ernte. Was man nicht zur Zuchtbraucht, wird getödtet, um die Cocons beliebig aufbewahren zu können. Dießgeschieht in Backöfen (bei 45-60° R.), im Süden in freier Sonnenhitze; häufiger