Diese ist von der tödtlichen Erstarrung wohl zu unterschei-den, die alle Thiere befallen kann, wenn ein größerer odergeringerer Grad der Kalte eine Stockung in den Verrich-tungen ihrer Lebensorgane bewirkt.
Es haben große Männer behauptet, daß während demWinterschlaf die Funktionen des Körpers ganz stille stehen,andere aber glauben, daß dieselben ihren Fortgang haben,aber auf eine so unmcrklichc Art, daß kaum ein Lebens'.Princip zu erkennen ist. Den Urhebern von beyden Mey-nungen fehlte es an genügsamen Beobachtungen, um mitKenntniß der Sache urtheilen zu können.
Folgende sind die Erfahrungen, die ich gemacht habe:
Den io Christmonal i8o; wog ich die zwey erstarrtenMurmelthiere, um zu erfahren, wie viel sie von ihrem er.sten Gewicht nach einer bestimmten Zeit während der Er»starrung verloren hätten. Das erste wog r; mailändischeUnzen, das andere 22 und ein Drachma. Beym erstenAnblick hätte ein nicht sehr geübtes Auge diese Thiere fürtodt angesehen. Da lagen sie in sich gekrümmt, dieSchnauze am Aster, mit verschlossenen Augen, mit ver«bissencn Zähnen und ganz kalt anzufühlen. Wen» man sieaber öfters berührte, neckte, und auf verschiedene Art beun.ruhigte, so gaben sie nicht unzweydeutige Zeichen einer zu,ckenden Bewegung, und dann und wann, aber sehr selten,gelang es mir, ein kaum sichtbares Aufblähen und wiederZusammenziehen in den Seilen, das heißt eine Spur einessehr schwachen Athcmholens zu bemerken.
Die zwey Thierchen blieben in ihrer völligen Erstar-rung bis zum dritten Ienncr i8°4. Die Temperatur desZimmers, in welchem sie sich befanden, war nach Reau-mür ss- ; bis > 9. An jenem Abend aber erwachte dasgrößere und suchte noch weiter hinein in die Kiste ju kom.