Band 
Physikalische Arbeiten der einträchtigen Freunde in Wien. [Erster Jahrgang.]
Seite
12
JPEG-Download
 

12

-Kugel also bor, daß sie schon einen festeren Kern hakte, in ihrem Um-kreise aber mit einem flüssigen Gemenge von Erde und Wasser bedekelwar, so ist es ganz natürlich, daß Unebenheiten bey Absetzung der Erd-theile durch die jährlichen, und täglichen Umdrehungen dieser Kugel,durch Ebbe und Fluth.am Boden entstehen mußten, so wir ißo finden;daß eben diese Bewegungen, Ursachen der Winde, Grundftrvmme, undVeränderungen in den Ozeanen sind. Die erste Anlegung der Kalk-schichten nach so erstaunlich weit ausgedehnten schiefen Flächen, wie ichsie bemerket habe, wäre.ich geneigt, aus diesem Grunde herzuleiten.Fiel diese allgemeine See, und entblößte diese erhabenem Gegenden,so mußten die erwehnten Bewegungen durch Abspielung auch auf die Er-habenheiten wirken, dahero wollte ich die Hauptuugleichheiten der ober-sten Kalkschichten zu erklären wagen. Fiel endlich diese Ueberschwemungalso, daß in den von Hervorragungen eingeschlossenen Tiefen hie und daSeen zurückblieben, so mußte in dem noch weichen Grunde der Abflußder Seen durch tiefere Rinnsäle nach den Thälern sich fortziehen; die-se wurden sodann nach Maaß des Hanges und der Geschwindigkeit desAbflußes ausgehöhlet, die weichen Erdarten stürzten vieleicht öftersübereinander, und wurden fortgetragen, bis sie eine ihrer Weiche an-gemessene Böschung erhielten. Wie viele Situazionen aber der vonWasser entblößten Erhabenheiten mochten also beschaffen seyn, daß un-geheure mittelländische Seen zwischen selben sich erhalten, und alle Ar-ten Seegeschöpfe Hch lange darinn fortpflanzen konnten?

Die Anlegung der gleichsinnischen so weit ausgeftrekten Kalk-schichten, und die allgemeine Überschwemmung, die sie aufgesetzet hat,haben allerdings das Ansehen, als wenn sie Begebenheiten bei der ur-sprünglichen Gestaltung der Kalkgebirge der von mir beschriebenen Ge-genden gewesen wären; daher, wenn die momespiimarü des berühmtenHrn. Arduini, (') soviel als ursprüngliche Gebirge heisscu, so wollteich auch die ganze krainische und friaulische Alpeflkette mit unter dieseKlasse gerechnet haben.

Daß

(') 86co-m'uierstlnzico äs l.ickoxonir, e Oroznoüa, m Veneri» 177;.