gen, als sich -er Boden desselben unter dem Wasser Niveau senket.Wie wäre es dann, wenn irgend eine Ursache der Bewegung, die mitder Wassersäule der halben Höhe so ziemlich sich verträgt, bei dem Ge-wichte der ganzen darüderliegenden aus ihrer Ruhe gebracht wurde?Die Schlußfolgert der Analogie sind zu stark, als daß man nicht auchunter dem Meerboden das Daseyn ungeheurer Höhlen vermuthen sollte.Kann nicht in denselben durch den gedoppelten Druck des Wassers Lusterzeuget, oder genauer zu reden, kann nicht durch die Lust, die durchdiele Körper in dieser Tiefe bei dem vorherigen Drucke gleichförmig zer-theilet war, durch Vermehrung der Last gepreßt, sich loswinden, undan die Decken der Höhlen aufsteigen? Kann nicht die Federkraft desWassers, ohnerachtct wir sie aus Versuchen nur so groß finden, daßwir ihm selbe nicht ganz absprechen dürfen, wenigstens so viel beitragen,daß jene Spannung entstehet, wodurch das Volumen des Wassers ver-enget , und jeder darin schwimmende Körper spezifisch geringer wird.
Allein es ist noch nicht ausgemacht, daß der Boden des in sei-nen Gränzen ruhig liegenden Meeres also mit dem Wasser im Gleich-gewicht stehe, daß keine Veränderung des Grundes Platz finden könne.Die heftigsten Stürme, die höchstens auf eine Meerest efe von i s. bis20. Klafter reichen, werden freilich nicht auf dem Boden der Ozeane,den kein Senkblei noch betastet hat, eine Unruhe erregen; wohl aberjene Ursachen, die die gewaltigen Einstürze, und Erzeugungen der In-seln , die Erschütterungen, und Versenkungen der Seestädte, die fürch-terlichsten Vulkane in Mitte des Meeres hervorbringen. Diese Ursa-chen haben unläugbare Beyspiele von Zerrüttungen des Meerbodens ge-geben, und werden sie noch in Zukunft geben, zum Beweise, daß nichtalles unter dem Meere in Ruhe seyn müsse, wenn selbes seine Gränzennicht übersteigt.
Was für eine Ursache mag wohl gewesen seyn, daß die unge-heure Insel Atlantis, wovon man noch Spuren in Platos Dialogenfindet, zu Grunde gegangen ist? welche aus der Tiefe heraufkommendenWirkungen mögen manche Inseln des Archipelagus, die kennbare Zei-chen einer jüngeren Entstehung vorzeigen, aufgeworfen haben? welcheunterirdische Kraft, die nicht zugleich auch unter Wasser war, hat dieVerheerung von Lima und Lisabon auch in spateren Zeiten veranlas-set?