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Geschichte einer konstitutionellen Monarchie : oder Geschichte Frankreichs unter Louis Philipp b.i. 1830-1848 : nach den besten Werken und authentischen Aktenstücken / dargestellt von Simon Kaiser
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tigkeit der Sache selbst und in dem Umstände, baß dieß die Seiteder Frage war, welche man seit Jahren am meisten bearbeitet undvorbereitet hatte.

Wir knüpfen daher jetzt an das oben Gesagte an, wenn wiran die Aussage erinnern, daß die Opposition die Reformfrage zurBehandlung an das Publikum in den sogenannten Banketten zubringen gesonnen war, und wir eilen mit schnellen Schritten derLösung des Drama's entgegen, wenn wir vorgreiflich erinnern, daßsie die äußere Veranlassung zum Sturze der Juli-Regierung wurde.

Die Sache wurde gut eingeleitet; zuerst besprachen sich die A» ^Mitglieder der Opposition in der Deputirtenkammer darüber, dann nun-,

und Ver-

wurden die Mitglieder des Wahlkomitss, das sich bereits 1815 in br-itung

durch

Parts aus lauter freisinnigen Männern gebildet hatte, bcigezogen, Ban.von denen eines, Pagnerre, den Entwurf einer Reform-Petition andie Kammer ausgearbeitet hatte und endlich wurde die Abhal-tung eines Bankets in Chateau-Rouge bei Paris festgesetzt, andem bei 1200 Wähler und viele Deputirte Theil nehmen soll-ten. Um die Bedeutung der Bankette aber zu verstehen, muß manbereits solchen Anlässen beigewohnt haben: es ist nicht das Dinereines herrschsüchtigen Fürsten, der wieder einen solchen oder einenränkesüchtigen Diplomaten zu sich eingeladen hatte, um irgend einenStaatsstreich auszuführen, irgend eine Freiheit zu unterdrücken; esist auch nicht die Versammlung einer Gesellschaft von Gelehrten,die in ihren Toasten meist witzig sein sollende, aber unverständlicheAnspielungen anbringen; es ist auch nicht eine bloße Vereinigungvon Trinkern, die keinen andern Zweck haben, als Wein zu ver-tilgen: nein, es ist die Versammlung des Volkes, geradewie in größern Freischießen der Schweiz, unter der Form eineskordialen Zusammenseins mit Erfrischungen in Speisen undWein und mit einem politischen Zwecke. Dieser äußert sich dann,nachdem ein stundenlanges Beisammensein die nöthige Bekanntschaftder Personen und Gedanken, eine gewisse Vertraulichkeit und Liebegeschaffen hatte, in der Bearbeitung der Anwesenden durch feurigeToaste und Reden, und zwar in einer Weise der Behandlung, die